12 Antworten

  1. Sophie
    27. August 2020

    Ich bin als Frau leider sehr unordentlich, mein Partner auch. Daher haben wir ungefähr dasselbe Ordnungsempfinden. Wenn meine persönliche Ekelgrenze überschritten ist, dann werde ich zur Not auch 22 Uhr zum Putzteufel und praktiziere „Anti-Stress-Putzen“. Meist ärger ich mich aber dabei über den Dreck selbst und freue mich danach, wenn ich ihn beseitigt habe (erst dann kann ich in Ruhe schlafen). Uns hat ein Erweckungserlebnis zum Umdenken bewegt. Wir sind umgezogen in unsere eigene Wohnung und mussten das Zimmer des Mitbewohners (depressiv und Messi) mit aufräumen (Deadline, man hat so lange ein Motivationsproblem bis man ein Zeitproblem hat). Wir haben es geschafft und uns auch währenddessen gefragt, warum es bei uns beiden so weit gekommen ist. Wir hatten uns von der Stimmung zu sehr anstecken lassen und die Wohnung/Möbel nicht wert geschätzt, hinzu kam die anstrengende Zeit mit unserem Kumpel und Ex-Mitbewohner. Das Chaos war ein gewisser Protest gegen die Wohnsituation, die wir beide nicht so toll fanden, es aber beruflich sich noch nicht lohnte umzuziehen (rational sehr dämlich deswegen seine Wohnung zuzumüllen, ich weiß). Jeder von uns hatte andere Baustellen. Mir fiel es sehr leicht wegzuschmeißen, Anfangen war ein Problem, Systematik kam dann von alleine. Wenn ich ein Ziel habe, räume ich auch gerne auf. Bei ihm war die „Ohnmacht vor dem Chaos“ das Problem und er sagte zu mir: ich bin leicht überfordert, wo fange ich an. Ich fing dann an ihn (nicht bemutternd) anzuleiten, damit er schnell Fortschritte sieht und dann ging es. Als ich dann fragte ob das nicht zu übergriffig ist, meinte er „Nö, alles gut – ich brauche einen Schubser und irgendwann bin ich im Trott“.
    Der Umzug war heilsam. Ich denke bzgl der Motivatoren ist jeder anders.
    Ich hab ihm immer seine Ecke (Schreibtisch) gelassen – wenn er dort seine persönliche Deponie eröffnen möchte, soll er machen. Manchmal auch mit den Worten: „Ich bin nicht deine Mutter, ich erziehe dich nicht – wenn du dich damit wohlfühlst, mach.“
    Das mit der Arbeitsteilung klappt bisher gut: ich Küche, er Wäsche,Bad teilen wir uns (er Amaturen, ich wische). Und das bereits erwähnte Bedanken wenn er Wäsche macht, bekomme ich auch zurück wenn ich abwasche.
    Und ich habe durch Zufall rausgefunden, wie ich ihm zum Staubsaugen bewege – über den Spieltrieb:
    Ich wollte erst so einen Akkuhandstaubsauger, er war skeptisch, da teuer. Beim nächsten Mal, als wir wirklich einen kaufen wollten, sagte er – ach komm, die Dinger sind praktisch. Wir kaufen einen. Dann haben wir gemeinsam uns das Gerät ausgesucht und auch ausprobiert (ich liebe dieses Ding, wunderbar praktisch die Serie von Bosch), ich hab es ausgepackt, aufgeladen (damit ich es am nächsten Tag probieren kann) und ER hat glatt die Wohnung gesaugt, weil er das Ding so schick designt, handlich fand und „es ausprobieren wollte“. Als ich mich zugegeben etwas darüber amüsierte, aber auch sagte, dass ich das super finde, meinte er „ich wollte schon immer mal so ein Ding haben“.
    Also: es gibt Putzgeräte die Männer (die ich in Zukunft vermehrt kaufe) ansprechen, meist passt dessen Akku auch an den Schlagbohrer und die sind designt wie ein Auto, hat einen Knopf mit „Turbo“ drauf und lenkt sich geschmeidig wie ein Funkferngesteuertes Auto. Ohne Witz, auf meinen Handstaubsauger trifft das zu.
    Ich hab beim Kauf noch folgendes gemacht: „Schatz, ich möchte mir einen Staubsauger kaufen und brauch dazu deine Hilfe – welchen würdest du nehmen“ (wir sind 2 Ingenieure, ich brauchte den Rat nicht) und dann unbedingt das Ding kaufen was Mann haben will ohne Widerworte und glaubwürdig bedanken, dass er das Gerät für dich ausgesucht hat. Erstens achten Männer wirklich auf manche Details, die man als Frau nicht beachtet. Der Wechselakku der auch an die Bohrmaschine passt ist wirklich praktisch, wenn man preiswert einen nachkaufen möchte ohne das Ding einzuschicken. Männer achten auch auf das bessere Design… Zweitens ist das dann auch ein Gerät was ER gekauft hat. Das wird dann auch benutzt und mehr wertgeschätzt.

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  2. Birgit
    16. Juni 2020

    Hallo guten Tag allerseits.
    Ich persönlich finde dieses Verhalten eines Mannes ganz unmöglich und eine Partnerschaft wird nicht funktionieren wenn sich da nichts verändert. Ich bin ganz ihrer Meinung dass diese Männer sich niemals im Umfeld bzw Freundeskreis oder Beruf so aufführen würden. In den meisten Fällen ist es ja so dass man den Partner als überaus korrekt und ordentlich erlebt in der Kennenlernphase.Diese doch sehr unangenehmen Eigenschaften werden bis zum Zusammenzug verborgen. Das ist für mich das untrügerische Zeichen dass die Männer ja ordentlich sein können. Manchmal denke ich es verbirgt sich ein passiv-aggressives Verhalten hinter diesen großen Jungs.
    Ich denke man muss da ganz klare Regeln setzen. Sollte das nicht funktionieren muss man seine Konsequenzen aus der Situation ziehen. Ich persönlich wäre mir als Frau sprich Putzfrau zu schade.
    Achtung, Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme sind für mich wichtige Grundpfeiler einer Beziehung.
    Sollte der Partner diese Spielregeln dauerhaft verletzen ist die Partnerschaft zum Scheitern verurteilt meiner Meinung nach. Denn eine Beziehung soll beflügeln und nicht auf Dauer unglücklich machen. Für mich sind es gerade die Alltagsdinge die man gemeinsam bewältigen muss und möchte.

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  3. Estelle
    11. Februar 2020

    Hier ist guter Rat schwer; bin selbst betroffen; mein Partner verdreckt förmlich alles, räumt nichts weg, oder auf und hat weder einen Sinn für Ästhetik, noch Hygiene. Noch versuche ich (fast immer) zu schweigen, sage ich doch etwas, kommt von ihm „ich kann das nicht“ und er wird aggressiv. Ich denke daher oft an räumliche Trennung.

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  4. Mariechen
    30. Juli 2018

    Unglaublich Leutle,

    Mein MANN macht genau wie ich alles was im Haushalt ansteht und kümmert sich um seine Kinder und lässt nicht alles respektlos rumliegen.
    Bei den Kommentaren kann ich nur müde lächeln und finde diese Vorkriegszeinstellung sehr eigenartig.
    Dafür hat mein Mann nach 17 Ehejahren und drei Kindern eine Geliebte an seiner Seite und keine unbezahlte Putzfrau.

    LeuteLeute

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  5. Martina Diel
    6. April 2016

    Zitat:
    „Eine schwierige Frage, da der Muttersohn ja auch für das Prinzip „Rebellion gegen das weibliche, dass mütterliche“ stehen kann, wie in meinem Fall.“

    Was machen wir denn dann, wenn die Frau sich analog leistet, für das Prinzip „Rebellion gegen das Männliche, Väterliche“ zu stehen?

    Zitat:
    „Wer sagt denn zum Beispiel, dass der Mann im Sinn tantrischer, geschlechtlicher Polarität nicht für das Prinzip Unordnung, stetige Veränderung und Umgang mit dem Unvorhersehbarerem steht (weil eigentlich Krieger und Jäger), und die Frau für das Prinzip pflegen, reinigen, erhalten (der Babys wegen).“

    Ich.

    Zitat:
    „Ist der erzogene Mann, der brav alles das tut was seine Frau (was Mutti) von ihm verlangt nicht viel mehr ein „Muttersöhnchen“ wie der „übermännliche“ Rebell, der „Macho“ der einfach sagt: „Hallo, ich reiss mir den ***** da draussen für uns auf, dann kannst du doch wenigstens die Bude in Ordnung halten, während du auch die Kinder zuhause versorgst.“

    Steht im genannten Beispiel irgendwo, dass er sich den A…. „da draußen“ mehr aufreißt als sie? Steht irgendwo, dass sie Hausfrau und Mutter ist?

    Zitat:
    „Frage also: Müssen alle Menschen Metrosexuell sein, oder haben wir uns in „modernen“ Gesellschaft lediglich vom altbewährtem Prinzip der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern entfernt, mit all den neuen Problemen, die sich dadurch ergeben?“

    Das Prinzip der Arbeitsteilung ist nicht altbewährt, noch nicht mal althergebracht.
    Es hat mit Metrosexualität wenig zu tun, wenn die Aufgabenteilung beinhalt, dass die Arbeit komplett bei dem einen liegt.

    Zitat:
    „Oder ist das etwas, was jedes Paar individuell aushandeln muss, je nach persönlicher Präferenz und Prägung, so das Pauschalisierungenhier eh vollkommen fehl am Platz sind?“

    Natürlich muss das jedes Paar individuell aushandeln. Daher wundert es mich ja so, dass Sie hier mit Klischees wie „Jäger/Sammler“ etc. kommen.

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  6. Aca
    12. November 2012

    Eine schwierige Frage, da der Muttersohn ja auch für das Prinzip „Rebellion gegen das weibliche, dass mütterliche“ stehen kann, wie in meinem Fall.
    Wer sagt denn zum Beispiel, dass der Mann im Sinn tantrischer, geschlechtlicher Polarität nicht für das Prinzip Unordnung, stetige Veränderung und Umgang mit dem Unvorhersehbarerem steht (weil eigentlich Krieger und Jäger), und die Frau für das Prinzip pflegen, reinigen, erhalten (der Babys wegen).
    Ist der erzogene Mann, der brav alles das tut was seine Frau (was Mutti) von ihm verlangt nicht viel mehr ein „Muttersöhnchen“ wie der „übermännliche“ Rebell, der „Macho“ der einfach sagt: „Hallo, ich reiss mir den ***** da draussen für uns auf, dann kannst du doch wenigstens die Bude in Ordnung halten, während du auch die Kinder zuhause versorgst.“
    Frage also: Müssen alle Menschen Metrosexuell sein, oder haben wir uns in „modernen“ Gesellschaft lediglich vom altbewährtem Prinzip der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern entfernt, mit all den neuen Problemen, die sich dadurch ergeben? Oder ist das etwas, was jedes Paar individuell aushandeln muss, je nach persönlicher Präferenz und Prägung, so das Pauschalisierungenhier eh vollkommen fehl am Platz sind?

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    • admin
      12. November 2012

      Ich denke auch, dass jedes Paar das individuell aushandeln muss. In meinem Buch schreibe ich ja auch, dass der Macho wie auch der Casanova letztlich Muttersöhne sind.

      Danke für Ihren Kommentar.

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  7. Liri
    22. August 2012

    Ach ja, etwas wichtiges habe ich vergessen, was mir gerade auffiel, als ich in die frisch aufgeräumte Küche kam. Nehmt die Hausarbeit des anderen nie für selbstverständlich. Anstatt sowas zu brummeln wie: „Wurde aber auch Zeit, lag alles lange genug herum“, tut ein ehrliches Lob und ehrliche Freude Wunder.

    Unsere Freunde waren oft erstaunt, dass wir uns tatsächlich immer beim anderen für dessen Hausarbeit bedanken und man selber auch Lob einfordern darf. („Hast du schon in die Küche gesehen?“ Nach dieser Frage gehe ich rüber und freue mich über eine blitzblanke Küche. Ist doch super, das kann doch wirklich gewürdigt werden!) Aber wenn man selber mal gemerkt hat, wie toll das ist, dass man sich gerade eine Stunde mit irgendeiner Putzerei herumgeplagt hat und dann der andere das schätzt und anerkennt und vielleicht sogar kleine Details der Arbeit bemerkt, dann entschädigt das fürs Putzen und man macht es das nächste Mal viel lieber.
    Gerade wenn Aufräumunwillige merken, dass sie nicht dauernd geschimpft werden, sondern auch mal ehrliche Freude durch ihr Aufräumen bekommen, dann sollte das doch eine starke Motivation sein.

    Antworten

  8. Liri
    22. August 2012

    Ich würde einen Mittelweg zwischen der Position Schmidbauers und Kopp-Wichmanns wählen. Denn die Partnerschaft ist nicht mit dem Beruf zu vergleichen – wer fühlt sich denn bitte schön wohl, wenn er sich zu Hause genauso zusammenreißen muss wie im Beruf? Der Partner sollte wirklich nicht wie ein Kollege sein, sondern er/sie sollte Spleens und Macken mehr tolerieren, als das im Job üblich ist.

    Ich kann den obigen Beitrag nur unterschreiben, dass man klare Grenzen setzen muss, die schnell klar machen, dass man sich nicht alles gefallen lässt und nicht ständig zähneknirschend oder meckernd hinterherräumt. Oder am Ende doch alles alleine macht.

    Zusätzlich kann auch sehr helfen: Eigene Bereiche für sich und den Partner schaffen. Statt in der Wohnung alle Räume gemeinsam zu haben (Schlafzimmer, Wohnzimmer), muss man einfach trennen: Sein Zimmer und ihr Zimmer. Dafür ist man jeweils selber verantwortlich und der andere redet in die Sauberkeit nicht rein.

    Weiterhin helfen klare Aufgabentrennungen, für die jeder dann völlig alleine verantwortlich ist und wo der andere ebenso möglichst nicht reinredet. Was hat das meine Beziehung erleichtert, dass mein Freund und ich feststellten, dass ich Küche aufräumen hasse, aber Wäsche machen und Bad putzen okay finde; und dass er ein Trauma vom täglichen Badputzen bei der Mutter hat, aber Geschirrspülen ganz in Ordnung findet. Ich meckere nicht, wenn bei ihm mal länger was liegen bleibt (würde aber vielleicht für jeden eine feste Deadline einführen, bis wann Dinge generell gemacht werden müssen , wenn es zu arg schlimm wird), weil ich halt auch öfter mal mit dem Bad in Verzug bin und froh bin, wenn er das toleriert.
    Bereiche, in denen Dinge exakt so gemacht werden sollen, wie ich mir das vorstelle, die mache ich alleine. Spart viel Ärger. Dafür gibts aber einen Ausgleich, dass er dafür andere Dinge übernimmt. (Zum Beispiel könnte man sich bei Putzwütigen einigen, dass der eine immer aufräumt, dafür der andere stets einkauft, kocht und Steuererklärung und dergleichen macht)

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  9. Ursula
    1. November 2011

    hallo, hier ein sehr verspäteter kommentar 🙂

    liegen lassen – niemals hinterher aufräumen.

    wenn die socke auf meinem schreibtisch liegt, sie auf seinen schreibtisch legen.

    ebenso mit dem essen, wenn ich es mache: ich rufe einmal, dann setze ich mich hin und beginne selber zu essen. einmal rief ich zehlmal und erntete immer ein „ja, gleich“. dann war schluss damit. beim nächsten mal rief ich einmal, zählte langsam bis zehn und fing mit meinem essen an. ich war dann fertig und er bekam eine kalte malzeit. beim nächsten mal kam er sofort – lernfähig und: geht doch.

    übrigens: lässt sich prima auf den job übertragen. nicht hier in muttiverhalten verfallen und dann den bericht selber machen, ER soll seine aufgaben erfüllen.

    liebe grüße

    Ursula

    Antworten

    • admin
      1. November 2011

      Gefällt mir. 😉

      Antworten

      • Birgit Niedziolka
        17. Dezember 2020

        Sehr gut ihre Worte.
        Ich stimme ihnen zu. Phase des Kennenlernens da ging alles perfekt
        denn sonst wäre man keine dauerhafte Bindung eingegangen.
        Dann ist die Verliebtheit vergangen und die unschönen Dinge werden zum Dauerproblem.
        Im Beruf wäre es unmöglich sich so zu benehmen.. Erziehung spielt diesbezüglich eine ganz große Rolle.
        Ich bin der Meinung wenn die Eltern vorgelebt haben das die Mutter hinterherräumt und der Vater keinen Respekt gegenüber der Mutter hat
        dann gehen diese Männer mit ihren Frauen ebenso um.
        Nicht bitten sondern fordern ändert sich nichts Konsequenz Trennung.
        Das Leben ist zu schade um ständigen Frust zu schieben.
        Wenn der Mann will dann kann er..
        Ein passiv-aggressives Verhalten wird er nicht abstellen.
        Ich denke auch dass dann mit der Beziehung etwas nicht mehr stimmt.
        Man stelle sich nur vor im Krankheitsfall kann man sich auf so einen Schlamperl auch nicht verlassen.
        Diese Männer wirken auf Frauen höchst unerotisch und das sexuelle Interesse erlischt.
        Ich habe einmal bei einem älteren Herrn erlebt wie er seine Frau anrief die zwei Häuser weiter zum Kaffeetrinken war er hatte Hunger und sie musste nach Hause ihm ein paar Schnitten machen. Sowas geht gar nicht.
        Also in dem Sinne sich das Leben schön machen… Keine Zeit verschwenden.
        Wer liebt wird sich auch Mühe geben den anderen zu erfreuen und ihn respektvoll behandeln.

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