Mrz 26 2009

Ist man ein Mann oder muss er das dauernd beweisen?

bodybuilder isolatedEine unsinnige Frage, finden Sie? Frauen sind Frauen und Männer sind Männer. Punktum!

Nun, fünf amerikanische Forscher wollten herausfinden, ob das wirklich stimmt. Ihre These lautete:

Der Status „Mann“ ist instabil. Er muss erst errungen werden und dann immer neu bewiesen werden.
Frauen hingegen stünden nicht unter einem solchen Beweisdruck.

Dazu wurden zwei Experimente durchgeführt:

Dazu legten  sie Studenten echte und ausgedachte Redensarten vor, die eine Behauptung über Männer oder Frauen beinhaltete. Die Versuchspersonen sollten angeben, wie sehr sie den Aussagen zustimmten.

Die Behauptungen lauteten etwa:

  • „Nicht alle Jungs werden auch Männer.“
  • „Nicht alle Mädchen werden auch Frauen.“
  • „Ob ein Mann als „richtiger Mann“ gilt, hängt manchmal davon ab, wie andere Menschen ihn sehen.“
  • „Der Übergang vom Mädchen zur Frau wird durch hormonelle Veränderungen bestimmt.“

Das Ergebnis: sowohl Männer als auch Frauen hielten es für plausibler, dass Männer ihren Status der „Männlichkeit“ eher verlieren können als Frauen den der „Weiblichkeit“.

Interessant sind die Begründungen, die dafür gegeben wurden. Frauen können eigentlich nur durch eine chirurgische Geschlechtsumwandlung ihre Weiblichkeit verlieren. Bei Männern genügen – nach Ansicht der Studenten schon der Verlust des Arbeitsplatzes oder das Ende einer Beziehung. (!)

Fazit: Mannsein ist offensichtlich anstrengend. Eigentlich müssen Tatsachen ja nicht bewiesen werden. Doch für das Faktum „Männlichkeit“ scheint das nicht zu gelten. Die Hersteller von Porsche-Autos, Harley-Davidson-Motorrädern und Krawatten mögen das begrüßen.

Doch genau genommen, fängt diese Anstrengung schon sehr früh an. Mädchen können von klein auf in ihrer Identitätsentwicklung sich an der Mutter und anderen Frauen orientieren. Sie wissen, sie brauchen nur zu werden wie diese.

Jungen hingegen müssen sich abgrenzen. Sie können nicht das Weibliche nachahmen, sondern müssen zeigen, dass sie anders sind. Wie die zitierten Untersuchungen zeigen, hört dieses Beweisen-Müssen, dass man anders ist, anscheinend nicht auf.

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durch einen Beitrag in „psychologie heute“ April09

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Gabi Moisa – Fotolia.com

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