22 Antworten

  1. qito
    30. April 2011

    Hallo! Es tut mir leid, aber ich kann mich den positiven kommentaren nicht anschließen. Ich verstehe weder diesen beitrag richtig noch die ganzen anderen blogs, ratgeberseiten und forenbeiträge, die in dieser art abgefasst sind. Eine simple frage mit bitte um eine simple antwort: Soll ich tun, was mein innerer kritiker sagt, oder soll ich es nicht tun?? Wieso heißt es an einer stelle, man solle nicht versuchen, ihn zu besiegen, während an anderer stelle der rat gegeben wird, ihn zurückzuweisen und sich selbst/das selbst/erwachsenen-ich die regie zu übergeben?…… wenn der innere kritiker nur in der kinderzeit einen sinn hatte und heute nur noch sabotageakte vollführt und einen am leben hindert, wieso sollte man ihn dann „leben lassen“?
    Vielleicht wird mein ärger verständlicher, wenn ich meinen fall schildere, der vom erleben bei anderen, bei denen sich der kritiker nur gelegentlich meldet, massiv abweicht: bei mir ist der innere kritiker KONTINUIERLICH aktiv, JEDE minute, JEDE stunde, JEDEN tag. GANZ EGAL, was ich mache oder denke, er sabotiert ALLES und hat an JEDER handlung, an JEDEM gedanken etwas zu monieren; ganz besonders stark, wenn ich mich in gegenwart von anderen menschen aufhalte, die mein verhalten bewerten könnten. Ich versuche seit jahren, mein „ich“ (was auch immer das ist, denn so etwas habe ich kaum) an seine stelle zu setzen, doch es gelingt nicht. Ich weiß mir partout nicht mehr zu helfen. Die ursache dafür, dass sich diese mein „leben“ VÖLLIG kontrollierende kritikerstimme so EXTREM ausprägte, dürfte an geburtlichen erlebnissen und dem fatalen verhalten meiner eltern gelegen haben.
    Und nun?

    Antworten

    • Roland Kopp-Wichmann
      2. Mai 2011

      Hallo Quito,
      wenn der Kritiker sich um die Uhr bei Ihnen meldet, ist das ein Zeichen, dass Sie sich innerlich noch nicht von Ihrer Kindheit und den dort gehörten Elternstimmen abgelöst haben. Diese Ablösung ist ja auch nicht einfach. Am wirksamsten schafft man das in einer Psychotherapie. Dort kann man unter fachkundiger Begleitung sortieren, was zu einem gehört und was man von früher übernommen hat.

      Danke für Ihren Kommentar.

      Antworten

  2. Roland Kopp-Wichmann
    16. September 2008

    Hallo Isabel,
    ja, es hilft schon eine Menge, wenn man den „inneren Kritiker“ als Teilpersönlichkeit von sich selbst betrachten kann und nicht mit dem eigenen ICH verwechselt. Teilpersönlichkeiten kann man sehen wie Bekannte, die eben ihre eigene Meinung haben, die aber nicht immer richtig sein muss.

    In einer Beziehung arbeiten natürlich die verschiedenen Persönlichkeitsanteile beider Partner zusammen. Insofern kann es sein, dass Ihr Freund die Position Ihres inneren Kritikers verstärkt. Da ist Achtsamkeit und vor allem Abgrenzung ganz wichtig. Das Gleiche gilt für Ihre Schuldgefühle.

    Übrigens: Unangemessene Schuldgefühle sind oft unterdrückter Ärger.
    Danke für Ihren Kommentar, Isabel.

    Antworten

  3. Isabell
    16. September 2008

    Hallo Roland,

    ich habe zur Zeit sehr mit meinem inneren Kritiker zu kämpfen. Er bestimmt im Prinzip schon mein Leben. Dein Artikel macht mir Mut und zeigt mir, dass nicht wirklich ICH das bin, sondern nur jemand, der mich kleiner machen will, als ich wirklich bin! Ich hab mich auch schon besser gefühlt. Ich konnte gut mit mir selbst umgehen, doch dann geriet mein Leben aus der Bahn und nun bin ich da, wo ich jetzt bin. Nie zufrieden mit mir selbst.

    Kann es sein, dass diese übermäßig negative Selbstkritik bei meinem eigenen Freund begraben liegt? Wir sind seit 4 Jahren zusammen, unser Leben war ziemlich.. daneben, mal nett ausgedrückt… Seit ein paar Monaten nehme ich mein Leben selbst in die Hand und habe eine eigene Wohnung, im Grunde geht’s mir besser, als zu der Zeit, in der wir noch zusammen gewohnt haben.
    Aber diese starken Selbstzweifel nagen an mir wie hungrige Hyänen! Ich fühle mich schuldig, dass es ihm schlecht geht. Ich weiß, das ist Blödsinn und er ist selbst verantwortlich für sich. Das ist eigentlich wieder ein ganz anderes Thema und gehört hier wohl nicht hin. Aber ich glaube, dass es da Zusammenhänge mit meiner starken Selbstkritik gibt.

    Ihr Artikel trifft jedenfalls ins Schwarze!
    Alles Gute für Sie 🙂
    LG Isabell

    Antworten

  4. Roland Kopp-Wichmann
    29. Juli 2008

    Hallo Don Ralfo,
    in meiner therapeutischen Arbeit erlebe ich es ab und zu, dass ein Klient ein sehr negatives Gottesbild hat. Also die Phantasie, dass Gott unbarmherzig seine Fehler geißelt zuweilen sogar schadenfroh triumphiert, wenn dem Klient etwas Schlimmes passiert „Das ist nur Deine gerechte Strafe!“

    Wenn ich nachfrage, an wen ihn derlei Reaktionen erinnern, taucht fast immer eine strenge Elternfigur auf, die teilweise wortwörtlich sich so äußerte. Insofern ist Ihre Vermutung, dass ein negatives Gottesbild wohl eher ein verinnerlichtes Vaterbild sein könnte, sehr aufschlussreich.

    Danke für Ihren ausführlichen und persönlichen Kommentar.

    Antworten

  5. Don Ralfo
    29. Juli 2008

    Ich hatte schon als Jugendlicher einen extrem Vernichtenden „inneren Kritiker“ in mir wohnen, der mich wirklich fertig gemacht hat. Einige Jahre schwieg er dann, als ich zum Glauben an Jesus Christus kam und mich mit meinem tyrannischen Vater auf Grund des neuen Glaubens versöhnte.
    Emotionen kamen wieder in die richtige Bahn und der Kritiker verzog sich.
    Aber irgendwann kam er wieder aus seinem Versteck hervor, um mich erneut zu tyrannisieren. Ich weiß nicht genau warum. Diese Phase dauerte wiederum viele Jahre. Wir glaubten in unserer Freikirche ja eigentlich auch, dass der „innere Kritiker“ etwas Externes sei, nämlich der Teufel bzw. Dämonische Kräfte, die versuchen uns durch diese kritischen Gedanken zu manipulieren: Offb. 12,10 Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Gesalbten gekommen! Denn gestürzt wurde der Verkläger unsrer Brüder, der sie vor unsrem Gott verklagte Tag und Nacht.
    Somit hätte es ja eigentlich eine Deidentifikation geben müssen!
    Aber vielleicht war mein innerer Kritiker einfach zu glaubhaft für mich 😉
    Seit einiger Zeit ist er wieder sehr sehr ruhig geworden, oder ich habe es gelernt mit ihm richtig umzugehen. So merkwürdig es klingt, mir half sehr eine intensive Krise der Krankheit (Herz-Bypass-OP) dabei. Und nun erlebe ich eine neue Hinwendung zu Gott und lerne ihn als guten Vater neu kennen. Er ist nicht mehr der Einpeitscher von früher, der mich zu guten Taten drängt, sondern sehr liebevoll, gütig, freigebig und barmherzig. Er ist einfach nett! Ich bin mit mir selbst, meinem Gott und meiner Ehefrau und den Kindern völlig in Einklang und es geht mir hervorragend. Während ich dies schreibe, wird mir Einiges klar 😉
    Alles hat auch eine psychologische Seite, obwohl ich an die Realität der geistigen Welt und die Existenz Gottes glaube. Obwohl mir Gott nie so gepredigt wurde, muss ich unbewusst das Vaterbild eines Tyrannen und unbarmherzigen, unbestechlichen Richters auf ihn projiziert haben.
    Merkwürdig. Na ja jedenfalls noch mal vielen Dank für den Artikel und auch für die Kommentare.
    Gruß
    Ralle

    Antworten

  6. Teufelinchen1979
    14. Mai 2008

    Hallo Roland,

    das beruhigt mich.

    Lange hab ich mit meinen Gedanken gekämpft und nie verstanden ob das auch alles richtig ist, was da vor sich geht.

    Doch seit dem ich mich mit der Thematik befasse, begreife ich immer mehr das es das wichtigste ist sich mit den eigenen Gedanken zu befassen und auch diese wirklich in die Tat umzusetzen.

    Zu dem „inneren Schweinehund“ 🙂

    Ehrlich gesagt hab ich nie die Probleme des inneren Schweinehundes besessen. Wenn ich merkte das er aufkommt dann habe ich sofort HALT gemacht und gerade dann meine Pflicht getan. Er hat mich einfach nur aufmerksam auf etwas gemacht! Das ist auch gut so! Wie ein Wecker auf den man sich verlassen kann.

    Zu meinem Teufelchen: So wie es aussieht macht er mich seit dem Tag auf vieles Aufmerksam, ich versuche auf meine inneren Wünsche/ Gedanken zu hören und diese auszuleben. Das fühlt sich einfach nur befreiend an.

    Liebe Grüsse

    Antworten

  7. Roland Kopp-Wichmann
    13. Mai 2008

    Hallo Teufelinchen,
    ja, so geht es den meisten Menschen, bevor sie das „Modell des inneren Teams“ kennenlernen, dass sie glauben, dass bestimmte innere Anteile sie selbst sind. Ein ähnliches Konzept ist ja auch der Begriff „innerer Schweinehund“. Auch gegen ihn kann man nicht gewinnen oder ihn überlisten.

    Aus meiner Sicht ist der „innere Schweinehund“ der Gegenpol zu dem „inneren Pflichtenerfüller“. Wenn letzterer Teil sehr stark in einem Menschen herrscht, taucht der „innere Schweinehund“ auf. Aber nicht, um einem das Leben zu erschweren, sondern eher als Regulativ zu einem zu pflichtversessenen Leben.

    Danke für Ihren Kommentar.

    Antworten

  8. Teufelinchen1979
    8. Mai 2008

    Hallo Roland,

    ich bin eben auf deinen Artikel auf der site von Emotion gestossen.

    Aus dieser Blickrichtung das der Innere Kritiker nicht wirklich ICH sondern ein wacher Beschutzer meiner Persönlichkeit und dessen Ängsten ist, hatte ich bis dato noch nicht betrachtet.

    Für mich persönlich hat es gerade KLICK gemacht und ich hoffe das ich das auch in die Praxis umsetzen kann.

    Denn es ist doch wirklich so, das die Gedanken die man hat auch bestimmte Gefühle aus dem Käfig los lassen die weh tun.

    Doch wenn man sich das wirklich bewusst machen kann das es wirklich ein kleines „TEUFELCHEN“ ist, das einen warnt: “ Pass auf dich auf! Wenn… dann…!

    Dann beginne ich ab dieser Sekunde damit es umzusetzen und verstehen.

    Schon komisch… den Nich Teufelinchen benutze ich mein leben lang. Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen das es der beste Name für meinen Kritiker ist!

    Ganz lieben Dank für die Denkanstösse…. ich bin auch mit dabei!

    Antworten

  9. Roland Kopp-Wichmann
    2. Mai 2008

    Hallo Michaela,
    „Polizeihund“ ist eine gute Beschreibung für die Arbeit des Kritikers. Es stimmt auch, dass die Wahrnehmung und Beurteilung des Kritikers verzerrt ist, eben immer kritisch und warnend.
    Deswegen ist es ja so wichtig, die Absicht des Kritikers von den Inhalten seiner Kritiken zu trennen.

    Danke für Ihren Kommentar.

    Antworten

  10. Michaela
    2. Mai 2008

    Hallo Roland,

    über den Kommentar bei „Emotion“ bin ich hier gekommen. Mit meinem „inneren Kritiker“ habe ich Kontakt aufgenommen. Es ist eine Methode, die ich vor ca. 2 Jahren kennenlernte: die analytische Kinesiologie. Mit ihrer Hilfe konnte ich mancher meiner kritischen inneren Stimmen anhören und zum Stillstand bringen. Sie wachten über mich wie ein „Polizeihund“. Sie dienten meinem Schutz, dass ich niemals mehr solche schlimmen Erfahrungen machen muss, wie einst, als sie entstanden. Das Groteske daran war, dass ich immer wieder in die gleichen Situationen kam oder an die gleichen Menschen gelangte.

    Heute sehe ich den „inneren Kritiker“ als jemanden an, der mich auf etwas aufmerksam machen will. Das Schlimme ist nur, dass dies etwas Verzerrtes ist. Es hat mit der Ursache einst nichts zu tun. Quasi lenkt mich diese innere Stimme von etwas ab, was mir innerlich noch mehr Schmerzen bereiten würde.

    Liebe Grüße Michaela

    Antworten

  11. Roland Kopp-Wichmann
    1. Mai 2008

    Hallo Monika,
    ja, das ist ein guter Tipp, eine „Kritikerrunde“ ins Leben zu rufen. Auch wenn man selbst in die Rolle des Kritikers schlüpft, fält einem plötzlich die Strategie jenes Anteils auf, und man ist nicht mehr so ausgeliefert.

    Alles, was hilft, Distanz zu schaffen zwischen sich (der Erwachsenen, dem Ich) und dem Kritiker, hilft, sich zu desidentifizieren. Der Anteil ist ja nicht schlecht. Menschen ohne einen Kritikerteil oder einem zu schwachen sind unerträglich. Sie sind arrogant, überschätzen sich selbst und völlig immun gegen Selbstzweifel.

    Insofern ist das Problem nicht der Kritiker, sondern seine zu große Macht über einen selbst.

    Danke für Deinen lange Kommentar und Deine aufmunternde Anerkennung für meine Buchbemühungen.

    Antworten

  12. helga
    30. April 2008

    Lieber Roland,

    das ist ein sehr kluger, weiser Artikel. Ich habe länger darüber nachdenken müssen. Was mir (wie bei vielen Artikeln Deines Blogs) so gut gefällt, ist diese Zweiteilung von Analyse und Hilfestellung.
    Ich möchte einen Punkt in der Hilfestellung ergänzen. Wahrscheinlich ist er in 4. mit gemeint, aber für mich ist er so besonders, weil ich ihn selber erlebt habe. Mein Punkt ist: Es ist gut, sich mit einem gleichartigen Opfer eines gleichartigen Kritikers zu verbünden – gegen den Kritiker. Das kann sehr dynamisch, verbindend und positiv sein.
    Eine gute Freundin und ich haben dieselben berufsbezogenen inneren Kritiker. Wir sind beide zu faul, zu ineffektiv, zu verspielt etc. Alles schlecht für die Karriere. De facto machen wir beide aber sehr gut Karriere. Am Anfang unserer Freundschaft haben wir nebenbei der anderen berichtet, wie schlecht wieder alles läuft wegen unserer Mängel. Irgendwann haben wir uns gegenseitig gesagt, was für einen Schwachsinn wir da behaupten, und das der anderen belegt. Resultat: Unglauben (die andere mag mich ja nur, deswegen ist sie so nachsichtig). Dann gab es eine Phase, in der wir uns gegenseitig beruflich gepusht haben. Wir sind dadurch auf bessere Posten gekommen. Das hat uns die Möglichkeit gegeben, zu entspannen. Oder: wir haben uns plötzlich erlaubt, zu entspannen.
    In diesem Zustand haben wir uns unsere Kritiker nochmal angeschaut und jetzt kam jede selber darauf, wie sehr sie sich innerlich bestrafte für Eigenschaften, die man auch ganz anders sehen kann. Z.B. sind wir beide enorm breit qualifiziert – das kann man sagen, und positiv sagen: whow, dass Du diese Themen bewältigst, obwohl Methodik etc so auseinandergehen. Oder man kann negativ sagen: kannst Dich nicht fokussieren, du bist total verspielt.
    Wir fanden uns auf einmal auf der Positiv-Seite, dafür gab es mehr Evidenzen. Wir haben unsere Kritiker an einem sehr netten Nachmittag auf den Mond geschickt. Wären wir beide nicht so entspannt gewesen, hätte das nicht geklappt. Man braucht eine gewisse entspannte Distanz zu sich und gleichzeitig Nähe zu den Problemstellungen. Wir brauchten sehr die Nähe und die absolute Ehrlichkeit miteinander. Als wir unsere ‚wordings‘, unsere landkartendefinierenden Sprüche und Flüche über uns, aufgegeben haben, kamen wir voran. Mit uns selbst. Und sind seitdem auch unzertrennlich.

    Dein Blog ist großartig. Ich möchte noch dies und das zu Deinem inneren Kritiker sagen.
    1. Kein ehrlicher Hochschullehrer wird sagen, dass Dissertationen notwendigerweise etwas Wesentliches sind. Sie sind formal nötig. Wer etwas Wesentliches zu sagen hat, tut das in der Regel nicht in der Dissertation, sondern später. Das hängt m.E. mit den Abhängigkeiten innerhalb der Dissertationsphase zusammen. Man kann da nicht man selbst sein. An Deiner Stelle wäre ich froh, keine Diss, sondern ein wesentliches Buch schreiben zu können und zu dürfen.
    2. Richtig ist, dass es massenweise Psycho-Literatur gibt. Ich habe anderthalb Meter bei mir zuhause. Hilft aber alles nicht! Warum hilft mir dieser Blog? Ich denke, der Autor ist einfach klüger. Da ich Blogs hasse, fände ich ein Buch von diesem Autor ideal. Plus, ich kriege endlich anderthalb Meter Bücherregal frei. Dann kann ich den sinnlosen Beratungs-Bücher-Berg endlich entsorgen und gegen 1 gutes Buch eintauschen!
    3. “Wenn es seriös ist, liest es keiner. Ist es flach, verdirbt es dein Image.” So? Und wie erklärt man dann, dass die klügsten Leute die lesbarsten Bücher schreiben? Wirklich brillante Forscher beteiligen sich zB auffallend gern an Kinder-Unis. Sie haben den Schutz der Unverständlichkeit nicht nötig. Genausowenig versteckst Du Dich hier. Ich lese den Blog so gern, weil ich hier etwas verstehe *und* der Blog Tiefgang hat.

    Ich freu mich auf Dein Buch und wünsch Dir viel Vergnügen beim Schrauben! Falls Du Korrektur/Kommentarleser brauchst, mach ich das auch sehr gern.

    Beste Grüsse,
    Monika (Rathert)

    Antworten

  13. Roland Kopp-Wichmann
    30. April 2008

    Hallo Edeltraud,
    schöne Bezeichnung, die Sie da gefunden haben: „Diva Aufschieberitis“.
    Aus meiner Erfahrung ist dieser Anteil oft bei Menschen stark, die als Kind zu viel gegängelt und gedrängelt wurden. Das Aufschieben ist ja der innere Kompromiss zwischen „Ich muss etwas machen“ und „Ich will nicht!“

    Jeder Mensch hat Pflichten oder Afugaben, die er nicht gern tut. Menschen ohne Aufschieberitis setzen sich halt irgendwann hin und machen es, weil Sie erleben, dass es ihre Zeit ist und sie frei sind, darüber zu entscheiden.

    Menschen mit Aufschierberitis erleben dies anders. Ihre Freiheit finden (und fanden) sie nur im „Nicht-Tun“, also im Verzögern, im Sabotieren, im Trödeln. Insofern ist das die kreative Strategie des Kindes (heute des Erwachsenen), um den oben skizzierten Konflikt zu lösen.

    Aufschieberitis kann man also mit der Zeit so verändern, indem man sich bewusst macht, dass man nichts „muß“. Dass einen niemand mehr zwingt, dass man frei ist.

    Danke für Ihren Kommentar.

    Antworten

  14. Simone
    28. April 2008

    Hallo Herr Wichmann!
    Danke für den Tipp + liebe Grüße
    Simone

    Antworten

  15. Edeltraud
    28. April 2008

    Grüß Gott Herr Kopp-Wichmannn

    Habe gerade mit größten Vergnügen den Artikel gelesen. Bei mir ist es mehr die Diva „Aufschieberitis, die mir manchmal das Leben schwer macht. Und natürlich auch der innere Schweinehund.
    Vielleicht hilft aber auch der „innere Kritiker“ mit, der flüstert „Denk noch nach, hast eh noch Zeit, vielleicht fällt dir noch was besseres ein!“
    Und dann „schiebt“ die Diva Aufschieberitis halt.

    Danke für die Denkanstösse, die man immer wieder mal brauchen kann und danke für den Eintrag in meinem Blog.

    Edeltraud

    Antworten

  16. Roland Kopp-Wichmann
    27. April 2008

    Hallo Anne,

    ja, das ist wirklich die größte Falle, dass man glaubt, der Kritiker sei man selbst.

    Hilfreich dabei ist, sich vorzustellen, der Kommentar des Kritikers/der Kritikerin käme von einer außenstehenden Person. Also, die beste Freundin würde einem sagen: „Gott, siehst du schrecklich aus!“ oder „Du wirst es nie in Deinem Beruf zu was bringen!“

    Würde man diese Bemerkung auch noch als nützliche Information, schmerzlich aber wahr, empfinden? Wohl kaum. Eher als ungebetene Einmischung oder als Unverschämtheit.

    Da wir aber oft mit dem „inneren Kritiker“ identifiziert sind, neigen wir dazu, der Stimme zu glauben. Deshalb ist die Desidentifikation (gerade wollte ich schreiben „Desinfizierung“, auch nicht schlecht) so wichtig.

    Danke für Ihren Kommentar, Anne.

    Antworten

  17. Anne M.
    27. April 2008

    Hallo,
    vielen Dank für diesen tollen und anregenden Artikel.

    Ich habe wirklich viele Jahre geglaubt (und es passiert mir heute noch zu oft), dass ich denke, diese kritische Stimme sei wirklich meine. Nur eben eine, die ich nicht gern höre, weil ich die Wahrheit nicht vertrage. Dass die „innere Kritikerin“ (bei mir ist es eine weibliche Stimme) etwas mit meinen Eltern zu tun hat, hatte ich so noch nicht gesehen.

    Antworten

  18. Roland Kopp-Wichmann
    27. April 2008

    Danke für Ihren Kommentar.

    Das Buch von Sam Keen kenne ich auch. Es war eines der ersten Bücher für Männer über das Thema „Männer“. Noch vor dem „Eisenhans“ von Robert Bly. Könnte ich auch mal wieder im Urlaub lesen.

    Antworten

  19. Horst-Christian Weisser
    27. April 2008

    Ihr gelungener Artikel erinnert mich daran, wie wichtig es ist, in schweren Zeiten sehr liebevoll mit mir selber umzugehen. Danke dafür und für Ihren Kommentar in meinem Blog „Artona“!

    Kennen Sie übrigens das Buch von Sam Keen „Feuer im Bauch“ aus den 90er Jahren? Ich habe es vor kurzem wieder mit Genuss gelesen.

    Gutes Gelingen für Ihr Buch
    wünscht
    Horst-Christian Weisser

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zum Seitenanfang
Mobil Desktop