Mrz 10 2010

Kommentare und Rezensionen zum Buch

buch-cover-neuSeit dem 9. Februar 2009 ist mein Buch zu haben.

Wenn Sie das Buch gelesen haben, würde ich mich sehr über ein Feedback von Ihnen darüber freuen.

Wenn Sie einen Blog oder eine Website haben, bringe ich gerne auch einen Artikel hier auf dem Blog und verweise auf Ihre Internetpräsenz.

Sie können auch gern bei Amazon einen Kommentar hinterlassen.

In dem Business-Netzwerk XING gibt es schon angeregte Diskussionen über das Thema.

Was ist IhreMeinung zu dem Buch?

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38 Kommentare bisher

38 Kommentare to “Kommentare und Rezensionen zum Buch”

  1. M. W.on 16 Feb 2009 at 17:33

    Hier meine Meinung zu dem Buch:

    Wer etwas über sich als Mann und/oder Paar erfahren und vielleicht etwas ändern möchte, ist hier goldrichtig. Der Titel sollte nicht zu dem Fehlschluss verleiten, das Buch stamme aus der Emanzipations- und Frauenversteherecke. Auch bei insoweit kritischer Lektüre ist der Autor keiner ideologisch befrachteten Bewegung zuzuordnen. “Frauen wollen erwachsene Männer” kommt als Sachbuch daher und ist dennoch spannend. Der Spannungsbogen lässt nicht nach, weil der Leser immer neugieriger auf neue Erkenntnisse (gemacht) wird.

    Der Autor schwadroniert nicht und verliert sich nicht in Theorien, sondern bleibt beim Adressaten, dem Leser als Person. Auf Fachchinesisch wird gänzlich verzichtet. Angenehm ist die klare und schnörkellose Sprache. Satzverschachtelungen und Worthülsen findet man nicht. Das Buch liest sich flüssig und verständlich zugleich. Es ist ersichtlich aus der Praxis für die (Lebens-) Praxis geschrieben und vergisst als solches den Lesefaulen nicht, indem es trotz einer Vielzahl von Informationen, Antworten, Tests, Übungen und Experimenten nicht einmal 200 Seiten benötigt, ohne oberflächlich zu wirken. Dabei ist es unterhaltsam und humorvoll, gewürzt mit themenbezogenen Bonmots. Dies beginnt noch vor dem Inhaltsverzeichnis mit dem hintergründig-treffenden Mutter-Tochter-Dialog: “Mama, stimmt es, dass in einigen Teilen Afrikas die Frauen ihre Männer vor der Ehe nicht kennen? Das ist in jedem Land so, Kleines….”

    Ebenso treffsicher und sensibel ist der Autor bei der Analyse des Männerverhaltens und der kleinen und großen Konflikte, die den Ehealltag beschweren. So vieles kommt einem sehr bekannt vor, aus eigener Erfahrung oder Anschauung bei anderen Paaren. Recht häufig fühlt man(n) sich in seinen Arten und Unarten ertappt, schmunzelt zunächst, fragt dann aber nach dem “Warum ?” und erhält darauf sehr präzise, teils verblüffende Antworten. Überraschend und zugleich überzeugend begründet ist der Erklärungsansatz, dass es sich bei mancher, den Ehealltag sehr belastenden Verhaltensweise in Wahrheit um die (unvollkommene) Lösung eines tieferen Konflikts handeln kann.

    Die Erkenntnisse, die das Buch dem Leser vermittelt, sind “gut verdaulich” verpackt, womöglich aber nicht immer bequem. Aber Letzteres haben wahre Erkenntnisse nun einmal so an sich. Das Buch fordert insoweit Ehrlichkeit zu sich selbst, wenn es denn Früchte tragen soll. Man(n)ch einer wird feststellen, dass er mitnichten ein erwachsener Mann ist, auch nicht nach 50 absolvierten Lebensjahren. Aber mit einer solchen Erkenntnis bleibt er nicht allein, sondern das Buch gibt ihm konkrete (Ab-) Lösungsvorschläge. Dabei bleibt es nicht bei ihm stehen, sondern wendet sich verschiedentlich und in einem eigenen Kapitel auch an die Frau als Partnerin, mit der abschließenden Empfehlung: “Ändern Sie nicht Ihren Mann, ändern Sie Ihr Verhalten.” Und schlussendlich gibt es Empfehlungen für beide als Paar.

    Wer als Leser nicht bei den gewonnenen Selbsterkenntnissen stehen bleiben möchte, sondern das Buch für sich und sein Leben in der Partnerschaft fruchtbar machen will, muss allerdings etwas ändern wollen. Dies stellt der Autor unmissverständlich klar, am Ende des Buches erneut “leicht verdaulich” mit einer heiteren, hinter-gründig-treffenden Anekdote….

    Fazit: Sehr empfehlenswert.

    gez. MW, 48 Jahre, davon bald 25 Ehejahre.

  2. Roland Kopp-Wichmannon 16 Feb 2009 at 18:15

    Hallo M.W.
    und herzlichen Dank für diese ausführliche und schöne Rezension. Hat mich sehr gefreut und bestätigt in dem, wie ichdas Buch schreiben wollte.

  3. Astrid Reinerson 16 Feb 2009 at 19:33

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ich finde es sehr spannend und sehr mutig von Ihnen sich an dieses Thema zu machen.
    Ihre Beobachtungen decken sich zu 100% mit meinen, ich kann selbst oft nicht fassen welch Verhalten nach außen smarte, eloquente, oder sogar “harte” Geschäftsmänner privat oder in sozialen Situationen zeigen.

    Aber es sind ja auch wir Frauen die Männer erziehen und damit möglicherweise unseren Anteil daran haben, wie eine Vielzahl von Männern sich heute verhält. Oder mit solchen Männern Beziehungen eingehen …

    Allerdings wird dieses Thema kaum thematisiert (oder verdrängt ?) weder von den Frauen, noch von den Männern.

    Ich habe mir Ihr Buch bestellt, freue mich auf die Lektüre.

    Beste Grüsse aus Bochum

  4. Roland Kopp-Wichmannon 16 Feb 2009 at 20:53

    Hallo Frau Reiners,
    ja das Thema betrifft viele Männer. Und ja, es hat natürlich auch etwas mit den Frauen und Müttern zu tun. Das Ganze ist eben ein komplexes, vernetztes Beziehungsgeschehen, das ich in meinem Buch versuche, etwas zu entwirren.
    Die mangelnde Thematisierung oder Verdrängung hat meiner Meinung nach auch damit zu tun, dass es schwierig ist, sich abzulösen. Leichter ist es, in Symbiose oder unechter Harmonie zu leben oder die Beziehung einzufrieren oder abzubrechen. Ablösung heißt aber, innerlich sich getrennt zu erleben und gleichzeitig einen angemessenen Kontakt zu pflegen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  5. Marius Baumannon 19 Feb 2009 at 13:47

    „Frauen wollen erwachsene Männer“ lautet der aufrüttelnde Titel des Anfang Februar erschienenen, ersten Buches des Paartherapeuten Roland Kopp-Wichmann.

    Kernthese seines Buches ist, dass sich die mangelnde Ablösung von Männern negativ auf die Paarbeziehung auswirkt. Und sich oft in Kleinigkeiten zeige, wie etwa dass er „häufig beleidigt“ reagiere, wenn man ihn kritisiert oder dass die Partnerin das Gefühl habe, mit einem verwöhnten Prinzen zusammen zu sein. Oder noch schlimmer: dass seine Mutter einen eigenen Schlüssel zur Wohnung des Paares besitzt. Verrührt werden dabei psychoanalytische, systemische und konstruktivistische Konzepte zu einer Art Para-Paar-Psychologie.

    Eierkochen, Wohnungsschlüssel und eine distanzierte Mutterbeziehung sind nach Kopp-Wichmann Kennzeichen des erwachsenen Mannes.
    Eher aus humoristischer, denn aus fachlicher Sicht interessant ist der im Buch angebotene Test für Männer („Wie erwachsen bin ich?“). Dieser enthält Fragen wie „Durften Sie als Junge im Alter über sieben Jahre im Bett neben ihrer Mutter schlafen?“ oder „Können Sie ein weiches Ei der Größe L kochen?“ und „Haben Sie als Jugendlicher Ihrer Mutter einmal Unterwäsche geschenkt?“. Als Kennzeichen von „Erwachsen-sein“ wird in dem Test darüber hinaus erfasst, ob weder Mutter noch Sohn Schlüssel für die Wohnung des jeweils anderen besitzen, ob Mann regelmäßig Sex hat und die Waschmaschine bedienen kann.

    Dies mag zu dem vom Autor unter anderem zugrunde gelegten (im Übrigen auf einige längst veraltete Kernthesen verkürzten) psychoanalytischen Konzept passen, vernachlässigt aber, dass sich die herangezogenen Indikatoren („Wie finden Sie diesen Fragebogen?“) durchaus auch anders als mit mangelnder Ablösung erklären lassen. Glücklicherweise gibt der Autor zu, schon im Psychologie-Studium mit wissenschaftlicher Statistik nie viel am Hut gehabt zu haben.

    Die Mütter sind schuld, dass weder Söhne noch Töchter erwachsen werden
    Eine weitere These des Buches ist es, dass sich unweibliche Frauen unmännliche Männer suchen würden, weil sie „mit der eigenen Sexualität auf Kriegsfuß stehen“ oder Mann-sein aufgrund negativer Erfahrungen mit verbaler oder gewalttätiger Dominanz gleichsetzen. Auch kann es sein, dass „wenn die Mutter nicht korrigierend eingreift“ ein Mädchen sich um den Vater zu gefallen, mehr mit dem „Männlichen“ identifiziert und das „Weibliche“ ablehnt. So finden Vatertöchter dann zu Muttersöhnchen (wobei letztere ihre Aggression oft unterdrücken und deshalb z.B. regelmäßig Beißschienen vom Zahnarzt brauchen, weil sie nachts mit den Zähnen knirschen – statt mit ihrer Frau ordentlich Sex zu haben).

    Als Mann muss man deshalb seinen Frieden mit dem Vater machen, so Kopp-Wichmann. Und lernen eine gleichberechtigte Beziehung zu führen, sich gegen die Mutter stellen können und insgesamt einfach mehr Achtsamkeit aufbringen. Da die Möglichkeiten des Buches begrenzt sind, kann man glücklicherweise ein 3-Tage-Seminar zum Buch buchen. In einer fachlich klingenden Psychosprache werden so über Allgemeinplätze wieder einmal die üblichen Schuldigen vorgeführt: vor allem die Mütter haben also das mangelnde Erwachsen-sein von sowohl Söhnen als auch Töchtern zu verantworten.

    Erwachsen-sein und Ablösung als aktuelle Gesellschaftsthemen – mit vielschichtigen Gründen
    Zumindest am Rande trifft der Autor wohl einen aktuellen Bezug: Ablösung und Erwachsen-werden haben sich gesellschaftlich verändert. Wie etwa die Schell-Jugendstudie belegt, wohnt die deutliche Mehrheit (73 Prozent) der Jugendliche zwischen 18 bis 21 Jahren noch bei den Eltern, traditionell verbleiben nach Angaben des statistischen Bundesamtes auch tatsächlich Männer länger bei den Eltern (unter den 30jährigen die noch zu Hause wohnen sind 14% männlich, jedoch nur 5% weiblich).

    Die Gründe für dieses geschlechtsspezifische Phänomen sind nicht endgültig geklärt, die zunehmende Zahl von „Nesthockern“ korrespondiert aber deutlich mit längeren Ausbildungszeiten und damit einer längeren ökonomischen Abhängigkeit – durchaus verständlich in einem Zeitalter, in dem Bildungsqualität eng mit Lebenschancen gekoppelt ist. Zudem vollziehen sich Auszug, Ausbildung, Partnerschaft und Geburt des Kindes nicht mehr zwingend nacheinander, sondern zeitgleich und unter den individuellen Bedingungen flexibilisierter Biografien.

    Die sich hieraus ergebenden Abhängigkeiten sind zweifellos nicht allein auf psychologische Allgemeinplätze zurück zu führen – wobei nicht infrage gestellt wird, dass sie eine Auswirkung auf die Paarbeziehung haben.

    Bezweifelt werden darf jedoch, dass letztere durch die von Kopp-Wichmann unter anderem vorgeschlagene Reduktion der Telefonkontakte mit der Mutter („Einmal pro Woche reicht“) begegnet werden kann.

  6. Roland Kopp-Wichmannon 19 Feb 2009 at 14:45

    Sehr geehrter Herr Kollege Baumann,

    herzlichen Dank für die kritische Würdigung meines Buches. Einige Formulierungen finde ich war etwas polemisch („Verrührt werden dabei psychoanalytische, systemische und konstruktivistische Konzepte zu einer Art Para-Paar-Psychologie.“) Aber nun ja.

    Wichtig ist mir aber doch einiges sachlich richtigzustellen.

    - „Eierkochen, Wohnungsschlüssel und eine distanzierte Mutterbeziehung sind nach Kopp-Wichmann Kennzeichen des erwachsenen Mannes“ schreiben Sie. Nun auf Seite 13 steht ganz explizit meine Definition eines erwachsenen Mannes, mit der Sie sich aber nicht befassen.

    - „ … im Übrigen auf einige längst veraltete Kernthesen verkürzten) psychoanalytischen Konzept …“ Wessen Meinung vertreten Sie da? Die der Verhaltenstherapeuten?

    - „In einer fachlich klingenden Psychosprache werden so über Allgemeinplätze wieder einmal die üblichen Schuldigen vorgeführt: vor allem die Mütter haben also das mangelnde Erwachsen-sein von sowohl Söhnen als auch Töchtern zu verantworten.“

    Da haben Sie jetzt das Buch nicht richtig gelesen oder lesen wollen. Es geht mir gerade nicht um eine Schuldzuweisung. Weder an die Partnerin, noch an den Mann. Ich spreche von unbewussten Beitrag und dem jeweiligen Verhalten. Schon gar nicht geht es mir um eine Beschuldigung der Mütter.

    Auf Seite 58 – 63 beschreibe ich doch ausführlich, wie sich gerade die Abwesenheit des Vaters, entweder weil er nicht da ist oder zwar anwesend aber emotional nicht greifbar, negativ auf die Identitätsentwicklung des Jungen auswirkt. Dass dieser dann zwangsläufig mehr dem Einfluss der Mutter ausgesetzt ist, liegt auf der Hand. Doch ist dies weder die „Schuld“ des Vaters oder der Mutter, aber natürlich liefert jeder dadurch seinen Beitrag.

    - „Zumindest am Rande trifft der Autor wohl einen aktuellen Bezug: Ablösung und Erwachsen-werden haben sich gesellschaftlich verändert.“
    Stimmt, aber mein Buch ist keine soziologische Studie, sondern ein Beziehungsratgeber. Es kommt immer sehr auf die „Brille“ an, durch die man Erscheinungen betrachtet und erklärt (siehe Seite 26 – 31). Und ich betrachte eben das Phänomen der nicht geglückten Ablösung psychologisch. Nirgends in dem Buch beanspruche ich, die Wahrheit zu beschreiben, sondern eben meine therapeutische Sichtweise.

    Denn einem Paar, bei dem der Partner sich täglich um 19 Uhr eine Stunde mit seiner Mutter am Telefon unterhält, ist nicht damit gedient, auf die gesellschaftlich veränderten Rahmenbedingungen durch längere Ausbildungszeiten zu verweisen.

    - „Bezweifelt werden darf jedoch, dass letztere durch die von Kopp-Wichmann unter anderem vorgeschlagene Reduktion der Telefonkontakte mit der Mutter („Einmal pro Woche reicht“) begegnet werden kann.“

    Diesen letzten Passus Ihrer Kritik finde ich nun wirklich ärgerlich. Denn damit rücken Sie mein Buch in die Nähe seichter Psychoratgeber. Dabei unterschlagen Sie zwei komplette Kapitel (S. 130 – 186), in denen intensive Übungen für den Mann, für die Frau und für das Paar beschrieben sind.

    Ich kann verstehen, dass ein launiger Verriss mehr Spaß macht zu schreiben als eine kritische Rezension. Sie bedienen damit leider billige Klischees unter anderem über Psychologen und Frauen, die schnell auf fruchtbaren Boden fallen, wie man dem zweiten Kommentar von Bernd Stichler entnehmen kann. Meinem Buch werden Sie dadurch meiner Meinung nach aber nicht gerecht.

    PS: Warum verfassen Sie eigentlich Ihre Beiträge unter Pseudonym?

    PPS: Auf meine Erwiderung hin hat Herr Baumann seine Kritik ergänzt.

  7. Petraon 20 Feb 2009 at 09:55

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    ich habe Ihr Buch gerade gelesen – Kompliment.

    Empfehlenswert für alle, die

    - Kinder (insbesondere Jungs) großziehen
    - bestehende oder Ex-Partnerschaften analysieren möchten
    - über sich selbst Hintergründe erfahren möchten
    - zukünftig eigene Fehler im Umgang miteinander vermeiden möchten
    - sich abnabeln möchten oder gerade dabei sind
    - die einfach Lust haben, sich auch anderen Themen zu widmen und über den Tellerrand hinaus zu schauen.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg – bereits jetzt habe ich Ihr Buch schon 5 x weiterempfohlen – an Menschen, die mir wichtig sind.

    Herzliche Grüße
    Petra

  8. Monikaon 20 Feb 2009 at 16:00

    Hallo Herr Kopp-Wichmann, danke für die unterhaltsame und erhellende Lektüre! Witzig geschrieben, treffend beschrieben, Veränderungsmöglichkeiten aufgezeigt, auch auf das weibliche Geschlecht übertragbar, insgesamt richtig gelungen!
    Herzliche Grüße Monika

  9. Roland Kopp-Wichmannon 20 Feb 2009 at 16:41

    Hallo Petra und Monika,
    herzlichen Dank für Ihre beiden positiven Feedbacks zu meinem Buch. Bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

  10. Yvonne Rengeron 22 Feb 2009 at 14:00

    Meine spontane Reaktion war eher eine Erkenntnis: “Huch, eh ich (Frau) DAS fordern kann, muss ich ja selbst erst einmal erwachsen werden…”

  11. Roland Kopp-Wichmannon 22 Feb 2009 at 14:32

    Hallo Frau Renger,
    ja, da haben Sie Recht. Was wäre denn Ihre Definition einer “erwachsenen” Frau?

    Danke für Ihren Kommentar.

  12. Uteon 22 Feb 2009 at 14:35

    Hallo Roland, erstmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Buch, das ich gern kommentiere (eine Rezension ist es aber keineswegs).

    Du hast ein wichtiges Thema aufgegriffen, gerade weil dessen Bedeutung vielen Menschen gar nicht klar ist: Zum Erwachsenwerden braucht es die Ablösung vom Elternhaus, das gilt für Mann und Frau gleichermaßen – ich weiß selbst, wovon ich rede.

    Deine Kurzdefinition lautet: „Ein Mann ist erwachsen, wenn er eine intime, gleichberechtigte Beziehung zu einem anderen erwachsenen Menschen über längere Zeit aufrechterhalten und genießen kann und zudem einen angemessenen Kontakt zu seinen Eltern pflegen kann.“

    Die Tatsache, dass ein Mann auch in der Lage ist, eine berufliche Tätigkeit auszuüben, hältst du nicht für ein Kriterium. Das sehe ich anders: Ich finde, wer als gesunder und arbeitsfähiger Mensch nicht in der Lage ist, selbstverantwortlich für sich zu sorgen, sondern sich finanziell abhängig von Partner, Eltern oder vom Staat macht, ist nicht richtig erwachsen (es sei denn, ein Paar hat in gegenseitigem Einverständnis vereinbart, dass nur einer das Geld heranschafft, aber man sieht ja beim Blick auf Ehescheidungen, dass nicht berufstätige Frauen oft bei einer Trennung feststellen, dass ein (Wieder)einstieg ins Berufsleben schwer ist bzw. sie nun vom Unterhaltsgeld ihres Ex abhängig sind).

    Auch das gilt meiner Meinung nach für Mann und Frau, wie viele weitere Aspekte des Erwachsenseins auch. Trotzdem gibt es Unterschiede im männlichen und weiblichen Erwachsensein, und je näher ich mich mit dem Thema befasse, umso komplexer erscheint es mir, umso schwieriger die Abgrenzung.

    Einige der Männer(typen), die du beschreibst, erscheinen mir sehr klischeehaft, wie Karikaturen. Du sagst ja selbst, du hättest sie holzschnittartig überzeichnet. Und auch den Männertest empfinde ich eher als Gimmick, nicht wirklich ernstzunehmen – was aber ganz bestimmt nicht daran liegt, dass du in Statistik nie besonders gut warst. ;-) Vermutlich hast du das einfach zur Auflockerung so gestaltet, um die Leser ein wenig zum Lachen zu bringen? Mir jedenfalls sind solche fast loriotesken Männer in meinem privaten Umfeld noch nicht begegnet.

    Nicht erwachsene Männer jedoch schon, sowohl als Partner (was beweist, dass ich selbst auch noch nicht erwachsen war) als auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Einige tarnen sich auf den ersten und sogar zweiten Blick perfekt: Sie sind in der Lage und willens, ihren Haushalt allein zu schmeißen, kochen, waschen, bügeln ihre Hemden – besser als ich übrigens und vor allem weniger widerwillig – und nebenbei noch die Kleidung ihrer Partnerinnen (meist tun sie das übrigens, während sie im Fernsehen Formel-1- oder Ski-Abfahrtsrennen oder sonstige rasantere Sportsendungen schauen; sie sind also sogar zu Multitasking fähig, obwohl sie Männer sind!), putzen, gärtnern etc. und in einer Beziehung mit einer ebenfalls berufstätigen Frau leisten sie ihren Anteil an der Hausarbeit ganz selbstverständlich, ohne dass darüber überhaupt geredet werden muss. Sie kaufen übrigens auch ihre Kleidung selbst.

    In diesem Sinne sind sie also voll emanzipiert. Aaaber, auf den dritten Blick (ein Psychologe braucht wahrscheinlich nicht so lange) bzw. mit der Zeit kristallisiert sich dann heraus, dass diese Männer nicht erwachsen sind in dem Sinne, wie du es teilweise beschreibst: Entweder passen sie sich zu sehr der Partnerin an (und das hat gar nichts damit zu tun, dass sie auch Hausarbeiten übernehmen), sehen die Unterschiede zwischen ihnen selbst und ihrer Partnerin nicht, nehmen sich nicht als getrennte Wesen wahr oder ersehnen gar die Symbiose.

    Oder sie funktionieren zwar im Alltag und Berufsleben perfekt, überlassen aber die großen Entscheidungen des gemeinsamen Lebens der Frau, ziehen mit, sind nicht wirklich greifbar, bleiben blass, sind vielleicht sogar Jasager. Oder sie sind emotional nicht in der Lage, allein zu leben, suchen sofort nachdem sie verlassen wurden – (und sie verlassen meist nicht selbst – eine neue Partnerin, selbst wenn sie die vorherige noch lieben.

    Wenn es denn wirklich Liebe ist, wenn sie überhaupt lieben können. Oder sie entscheiden sich zwar äußerlich für eine Frau, sind praktisch treu, können das Flirten aber, sogar in Anwesenheit der Partnerin, nicht lassen (und merken nicht einmal, wie unsensibel, taktlos und verletzend sie sind), sind permanent auf weibliche Selbstbestätigung angewiesen, weil sie ein schwaches Selbstwertgefühl haben. Und/oder sie wollen laufend im Mittelpunkt vorzugsweise weiblicher Bewunderung stehen, sind charmant, hinreißend, wortwitzig. Sie geben sich als Weiberheld oder fühlen sich als unwiderstehlicher Prinz – und „versagen“ im Bett. Genau da stehen sie ihren Mann nicht.

    Ob sie nun Frauenversteher sind, Casanovas oder peinliche Machos, ob sie abhängig sind oder egozentriert bis narzisstisch oder andere psychische Störungen haben (ja, ich bringe jetzt doch die von dir nicht bevorzugte pathologische Komponente mit hinein):

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Männer nicht zur Selbstreflexion fähig sind. Für mich persönlich habe ich deshalb beschlossen, niemals mehr eine Beziehung zu einem Mann einzugehen, der dazu nicht bereit oder fähig ist. Das ist für mich eines der wesentlichen Kriterien des Erwachsenseins. Für viele Männertypen gibt es weibliche Pendants. Aber Frauen sind doch ein bisschen besser in Selbstreflexion, was nicht heißt, dass sie sich und ihre Motive auch wirklich immer erkennen. Ich denke, sie sind jedoch im Durchschnitt eher daran interessiert, sich persönlich weiterzuentwickeln.

    Was ich im Zusammensein mit unerwachsenen Männern am gravierendsten und enttäuschendsten finde, ist, dass man als Frau nicht wirklich das Gefühl hat, mit einem Mann wirklich intim verbunden und ihm seelisch, emotional nah zu sein (du schreibst auch von fehlender Intimität). Es kann lange dauern, das zu spüren, vor allem wenn man selbst noch nicht richtig erwachsen ist. Denn sonst kann ja alles stimmen, man geht gemeinsam durch Dick und Dünn, viele nicht erwachsene Männer können durchaus zuverlässig sein.

    Aber häufig lassen sie sich nicht wirklich auf einen Menschen ein, sie können es nicht, da sie ja nicht einmal Zugang zu ihren eigenen Gefühlen haben. Die Beziehung bleibt in gewisser Weise oberflächlich, es fehlt etwas. Wer sich nicht richtig einlassen kann auf einen Partner, den er noch dazu als getrennte Person erlebt, der kann auch sexuell nicht richtig lieben, finde ich. Das Mann-/Frau-Spiel ist dann nicht wirklich prickelnd.

    Narzisstische und/oder unsichere Männer zum Beispiel sind beim Sex vorrangig damit beschäftigt, sich selbst und ihre Performance zu beobachten, weil sie eine gute Figur machen und „gut“ sein wollen – wovon letztlich beide nichts haben. Frauenversteher dagegen konzentrieren sich so sehr auf das Wohl der Frau, dass sie selbst als Mann farblos bleiben; der Sex ist lau. Um es deutlich zu sagen: Ein Mann, der eine Frau nicht leidenschaftlich „nehmen“ kann oder will, ermöglicht ihr auch nicht, sich hinzu“geben“.

    Ich finde, wie schon gesagt, die meisten Anhaltspunkte dafür, wann ein Mann erwachsen ist, gelten auch für Frauen. Aber kann es sein, dass sich die Reife, die Liebesfähigkeit eines Menschen, vielleicht in der Sexualität am deutlichsten zeigt? Ansonsten finde ich es nämlich sehr schwierig, überhaupt männlich und weiblich zu charakterisieren, ohne in Klischees zu verfallen. Yin und Yang, wie du sagst, weich und hart – ja, aber wie äußert sich das konkret außer bei der körperlichen Liebe?

    Im täglichen Leben wird ein Mann von einer erwachsenen Frau zum Beispiel verlangen können, selbständig Entscheidungen zu treffen und eine Frau kann von einem erwachsenen Mann erwarten, Gefühle zu äußern, sich auch mal verletzbar zu zeigen. Aber sonst? Gut, als emanzipierte Frau kann ich es heute endlich genießen, wenn mir ein Mann die Tür aufhält und in den Mantel hilft (das habe ich vor 20 Jahren vehement abgelehnt, wollte kein „Weibchen“ sein) und ich muss auch nicht mehr alle schweren Blumenkübel und Erdsäcke selbst schleppen. Aber über die Frage, was nun wirklich den Unterschied zwischen männlich und weiblich ausmacht und wie es sich konkret äußert, könnte man vermutlich ellenlang in einem weiteren Blog diskutieren.

    Kleiner Exkurs am Rande: Du schreibst im Zusammenhang mit erwachsenen oder nicht erwachsenen Männern von der besonderen Rolle des Vaters als männliches Vorbild. Ich könnte auf Anhieb drei nicht erwachsene Männer aufführen, die ihren Vater früh verloren haben oder bei denen dieser Elternteil psychisch abwesend war. Ich vermute, solche Männer sind sehr verunsichert und haben zwangsläufig, wenn sie keine anderen geeigneten männlichen Vorbilder finden, ihre Rolle als Mann zu finden und sich als Partner auf Frauen beziehen, einlassen zu können.

    Nein, du hast in deinem Buch an keiner Stelle gesagt, die Frauen seien schuld, so wie es dir dein Berufskollege vorwirft. Ich finde allerdings, die Frauen könnten zunehmend mitverantwortlich dafür werden, dass es immer weniger erwachsene Männer gibt. Offenbar wollen immer mehr Frauen, die ihre biologische Uhr überlaut ticken hören, ein Kind um jeden Preis, lassen sich – durchaus auch geplant – schwängern von Männern, die für sie als Partner und als (aktive) Väter nicht in Frage kommen und die die so gezeugten Kinder auch niemals oder nur aus der Ferne, als Wochenendväter (wie in Scheidungsfamilien) kennenlernen werden. Ich halte das für absolut egoistisch und unverantwortlich den Kindern gegenüber.

    Von den Frauen kommt dann als Argument, sie würden ihren Kindern genügend Liebe schenken und nur darauf käme es an. Wenn es denn so einfach wäre… Sowohl Jungen als auch Mädchen brauchen weibliche und männliche Bezugspersonen. Gibt es bald eine neue Generation von verzärtelten Muttersöhnchen? Und was wird aus den vaterlosen Töchtern? Fragen über Fragen.

    Gruß, Ute

  13. Roland Kopp-Wichmannon 22 Feb 2009 at 14:54

    Hallo Ute,
    herzlichen Dank für Deinen ausführlichen und sehr differenzierten Kommentar. Ich vermute, dass Du einige Erfahrungen mit dem Thema hast und viel darüber nachgedacht hast. Vor allem Deine Beobachtung von Männern, die zwar äußerlich wie ein erwachsener Mann wirken aber innerlich doch nicht erwachsen sind, finde ich wichtig. Zwei Anmerkungen dazu von mir:
    Dein Kriterium der Reflexionsfähigkeit als Zeichen von Erwachsenensein gefällt mir sehr gut. Die Fähigkeit, über sich selbst nachzudenken, halte ich für sehr wichtig. Aber sich selbst zu kennen ist ein lebenslanger Prozess. Es braucht dazu die Fähigkeit, die eigenen Gefühle, Gedanken und Motive zu beobachten und bei Bedarf zu hinterfragen.

    Den Trend einiger Frauen, ein Kind zu wollen aber von vornherein keinen Vater dazu haben, halte ich ebenfalls für bedenklich. Zeigt es doch einen blinden Omnipotenzwahn in dem Sinne, das man glaubt, ein Elternteil sei ausreichend. Konkreter: der Mann wäre vielleicht als Erzeuger notwendig aber nicht als Vater. Doch meiner Meinung hat die Natur da völlig Recht: ein Kind braucht weibliche und männliche Vorbilder und die entsprechende Liebe.

  14. Elke Rupperton 22 Feb 2009 at 20:14

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    vielen Dank für Ihren Newsletter! Er kam genau im richtigen Moment. Ich dachte, nun endlich meine große Liebe gefunden zu haben und da macht er prompt am Valentinstag abends Schluss. Gut, wir waren erst drei Monate zusammen, dennoch merkte ich keinerlei Anzeichen.

    Vielleicht finde ich ja in Ihrem Buch, ein paar Anzeichen, dass er eben noch kein erwachsener Mann ist… Die Lektüre Ihrer Artikel und Ihr Buch, helfen mir momentan wirklich sehr. Ich möchte nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern mich weiterentwickeln, meinen Weg finden, der mich glücklich macht. Dennoch es ist wirklich nicht einfach, oft sehr zermürbend.

    Viele Grüße aus Mönchengladbach,
    Elke Ruppert

  15. Roland Kopp-Wichmannon 22 Feb 2009 at 21:00

    Hallo Elke,
    ja, verlassen zu werden ist hart und schmerzlich.
    Freut mich sehr, dass Ihnen mein Blog und die Artikel helfen. Die Suche “nach sich selbst” und dem richtigen Weg für sich selbst ist wirklich nicht einfach. In meiner Biographie können Sie ja nachlesen, welche (Um-)wege ich gegangen bin.

  16. C. Hinteon 23 Feb 2009 at 10:02

    Der Autor legt mit seinem Buch einen wertvollen Beitrag vor, mit dem nicht nur elementare Zusammenhänge in der Beziehung zwischen Mann und Frau auf gut lesbare Weise thematisiert werden. Auch unabhängig von der Paarbeziehung scheint das Erwachsenwerden, Freisein und das Erlangen einer selbstständigen Persönlichkeit ein wichtiger Schritt in der Biografie eines Menschen zu sein.

    Man ahnt bei der Lektüre dieses Buches, wie vielen Männern (und Frauen) die Verstrickungen in ihre Elternbeziehungen ein tägliches Problem bereiten mögen, welches sofern es ungelöst bleibt, auch sehr leicht auf die eigenen Kinder übertragen werden dürfte. Allen, die sich für eine gelingende Beziehung, mit den häufig unsichtbaren Fallstricken interessieren und dabei mehr über die eigene Identität erfahren möchten, wird dieses Buch wertvolle Ideen und Impulse geben.

  17. Roland Kopp-Wichmannon 23 Feb 2009 at 21:08

    Hallo Herr Hinte,
    ja, es sind wirklich unsichtbare Fallstricke, die uns an unsere Vergangenheit binden, solange wir sie nicht bemerken. Viele Menschen lehnen ja Selbsterfahrung, die sich mit der eigenen Biographie beschäftigt, mit dem Argument ab, was solange vergangen ist, könne keinen Einfluss mehr auf die Gegenwart haben.
    Doch in unserem Unbewussten ist wie auf einer Festplatte alles gespeichert. Der bewusste Zugriff ist nicht immer einfach, aber die unbewusste Einflüsse wirken immer.

    Danke für Ihren Kommentar.

  18. M.W.on 12 Mrz 2009 at 19:19

    Hier noch das Lied zum Buch,
    Stichwort: “Zustand nach mangelnder Ablösung des Muttersohnes”.
    :)

    http://www.youtube.com/watch?v=KJstqX7Xle8

  19. M.W.on 13 Mrz 2009 at 08:45

    Mit dem vorstehenden Link zum Lied von Marius Müller-Westernhagen “Willenlos” ist folgendes gemeint:

    Ein Mann klagt in dem Lied darüber, dass er all den schönen Frauen, die er treffe, nicht absagen konnte und könne. Er fragt sich, “was mit ihm los sei”, und sucht mit seinem Problem ausgerechnet den Rat seiner “Mama” (Refrain: “Mama, was ist mit mir los ? Frauen gegenüber bin ich willenlos.”)…

    Nun wissen wir nicht, wie die “Mama” reagierte. Womöglich wird sie aber die zutreffende Antwort entweder verschwiegen oder etwa so geantwortet haben: “Weil …Du bist halt ein so prächtiger Junge… Wann kommst Du heute zum Kaffee vorbei ?”

    …..

    Wen die Problematik interessiert: Unter anderem auch hierauf hält “Frauen wollen erwachsene Männer” interessante Antworten bereit…
    ;)

    Gruß
    MW

  20. René Sputhon 06 Apr 2009 at 06:06

    Der Autor, den ich auch aufgrund seines Podcasts sehr schätze, hat eine umfassende Abhandlung geschrieben. Wie ticken Männer und mit welchem Ballast gehen sie oft in eine Beziehung? Diese Fragen werden genauso beantwortet, wie die Frage, welche Art Mann Frauen wollen und was in Beziehungen nicht funktioniert.

    Anfänglich könnte man denken, an allen Beziehungsproblemen sind ausschließlich die Männer oder besser gesagt deren Unerwachsenheit schuld, so dass alle Frauen eine kurzweilige Lektüre vorfinden werden mit hunderten von Ja-genau-Erlebnissen. Doch wie immer im Leben gehören zwei dazu und erst sehr weit hinten im Buch (Seite 165) gibt es auch ein spezielles Kapitel für Frauen, mit höchst aufschlußreichen Hinweisen, wie sie aus der Erziehen-wollen-Falle rauskommen können. Zum Abschluss gibt es dann noch zur Abrundung ein Kapitel für beide.

    Das Buch hilft, die Unterschiede zwischen Mann und Frau und die Besonderheiten der Männer besser zu verstehen. Es kann sicher auch helfen, viele Beziehungsprobleme zu lösen, die Ursachen dieser Probleme zu beseitigen. Doch dafür ist – auf beiden Seiten – ein großes Stück an Selbstreflektion notwendig.

    Wer noch nicht alleinerziehend ist, dem kann dieses Buch sicher helfen, die Situation und Problematik mit dem Partner besser zu verstehen. Für alle anderen ist es eine ideale Vorbereitung für den nächsten Partner und da wird so mancher nach der Lektüre des Buches ganz anders an die Sache herangehen :-)

  21. Renéon 07 Apr 2009 at 19:01

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    nach der Lektüre ihres Buches blieben eine Menge an Fragen für mich offen.
    Zwei dieser Fragen möchte ich gerne hier einmal öffentlich diskutieren:

    Wenn Männer über ihre Väter das Mann sein erlernen, bekommen sie nicht auch das entsprechende Frauenbild des Vaters übergestülpt, das dann später teilweise erst wieder mühselig abgestreift werden muss?

    “Um sich als Frau in einer Beziehung zu fühlen braucht es einen Mann”! Hier bleiben sie nach meiner Meinung die Antwort schuldig, da ich mir die Frage gestellt habe: Durch was (und jetzt lassen wir einmal das Sexuelle außen vor) zeichnet sich den der Mann als Mann aus, damit Frau sich als Frau fühlen kann. Das er besser bügelt, besser Kinder erzieht, seiner Partnerin zuhört, etc?
    Woran erkennt Frau dass er als Mann agiert?

    Es wäre hier interessant die Männerbilder in den Köpfen der Frauen einmal zu analysieren und gegenüber zu stellen.

    Ansonsten geht das Buch in die richtige Richtung.

    Gruß
    René

  22. Roland Kopp-Wichmannon 08 Apr 2009 at 22:08

    Hallo René,
    danke für Ihre beiden klugen Fragen.
    Zu 1) Natürlich ist es unausweichlich, dass der Sohn das Frauenbild des Vaters mitkriegt. Ob das später abgestreift werden muss, kommt auf das Bild an. Vielleicht ist es ja auch ein gutes Bild, das der Vater von Frauen hat und der sohn kann es teilweise übernehmen. Wichtig ist ja die Auseinandersetzung darüber. Der Sohn hat sein Bild von der Mutter und der Vater stellt seines dagegen. Das ist immer besser als wenn der Sohn ganz bei der Mutter bleibt, weil der Vater nicht greifbar ist.

    Zu 2) Bei der Antwort kann man das Sexuelle nicht ausklammern. Denn es ist eben der wesentliche Unterschied. Nicht nur in der ganz konkreten Bedeutung, sondern auch in der symbolischen Bedeutung. Ich glaube, eine Frau erkennt an ihren eigenen Gefühlen, ob der Mann als Mann agiert. Konkreter: um sich als Frau hingeben zu können, braucht es ein männliches Gegenüber. Verhält sich der Mann als zaudernder, unsicherer Jüngling, gelingt das nicht.
    Es geht ja auch um die Unterschiede. Männer hören anders zu, haben eine andere Art, mit Kindern zu spielen. Deswegen bruachen Männer auch weibliche Qualitäten aber vor allem auch männliche Qualitäten. Bei den Frauen ist es umgekehrt.
    All das lässt sich schwerlich mit Worten beschreiben, das konkrete Verhalten lässt sich besser beobachten und beurteilen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  23. Andyon 17 Apr 2009 at 16:57

    Viele Dinge habe ich in der Frauenwelt bereits verstanden. Dass die Nähe zu meiner Mutter immer wieder eine zentrale Rolle in meinen bisherigen Beziehungen war, war mir gar nicht so bewusst.

    Herr Kopp-Wichmann benutzt nicht viel Fachchinesisch und erklärt, wie man besser miteinander umgeht. Es wird ganz klar beschrieben, dass man(n) sich früh von der eigenen Mutter lösen muss, Männer zum Vorbild nehmen sollte und kein “wischi waschi” machen sollte. Frauen wollen erwachsene Männer und keine Memmen!

    Viele Beziehungsprobleme entstehen, da der Mann das Kleingedruckte einer Beziehung nicht verstanden hat. Herr Kopp-Wichmann stellt direkte Fragen und gibt dafür gute Lösungsansätze. Am Ende gibt es noch einen prima Selbsttest der sehr aufschlussreich ist.

    Fazit: Lesen! Am besten bevor man die nächste Bindung eingeht ;)

  24. Bettinaon 20 Apr 2009 at 12:29

    Mit viel Interesse und Spaß habe ich dieses Buch gelesen!

    Es ist kurzweilig und humorvoll geschrieben. Außerdem finde ich es hilfreich, Männer/das Mann-Werden und die Schwierigkeiten zwischen Paaren noch einmal durch den von R.K.-W. gewählten Hintergrund zu betrachten. Dazu sind die Übungen und Experimente im Buch sehr praxisorientiert und hilfreich.

    Durch den Titel könnte “Frau” zunächst auf auf die Idee kommen, dass der Autor die These vertritt, dass Paarkonflikte nur durch nicht-abgelöste Männer entstehen, aber im Laufe des Lesens wird deutlich, dass Frauen sich mehr oder weniger bewusst ja genau diese Männer erwählt haben… Somit auch zur Selbstreflexion für Frauen sehr empfehlenswert!

  25. Roland Kopp-Wichmannon 21 Apr 2009 at 18:23

    Hier ein ziemlicher Verriss meines Buches von Kerstin Wegener im Nachrichtenportal DER WESTEN:

    Frauen wollen erwachsene Männer – Männer lieber Mutti?

    Eigentlich gibt es nur Muttersöhnchen. Das jedenfalls schreibt Psychologe Roland Kopp-Wichmann in “Frauen wollen erwachsene Männer”. Die Ablösung von Mutti ist das große Thema des Buchs. Warum Frauen aber kein Kind als Partner wollen, bleibt im Dunkeln. Unsere Autorin findet: Thema verfehlt.

    Eigentlich sollte der Ratgeber nicht “Frauen wollen erwachsene Männer” heißen, sondern schlicht “Wie ich mich von Mutti löse”. Denn nichts anderes ist dieses Buch. Es thematisiert, weshalb die Mutter eine immens wichtige Rolle im Leben des Mannes spielt, auch wenn sie das ab einem gewissen Alter nicht mehr machen sollte. Wobei das genaue Alter in der Schwebe bleibt.

    Autor Roland Kopp-Wichmann, der auch Persönlichkeitsseminare leitet und als Führungskräftetrainer arbeitet, beginnt thematisch bei der Geburt. Er erklärt, weshalb auch ein Mann mittleren Alters noch immer mit einer imaginären Nabelschnur mit seiner Mutter verbunden ist. Das Ziel: Diese Nabelschnur muss zerschnitten werden.

    Das Problem: Will Mann das überhaupt? Kopp-Wichmann blickt dabei auf die zahlreichen Geschichten seiner Klienten. Seine Definition eines erwachsenen Mannes ist eindeutig: “Ein Mann ist erwachsen, wenn er eine intime, gleichberechtigte Beziehung zu einem anderen erwachsenen Menschen über längere Zeit aufrechterhalten und genießen kann und zudem einen angemessenen Kontakt zu seinen Eltern pflegt.” Was bereits der Kern des Buches ist, die Beziehung eines Mannes zu seinen Eltern, speziell zu seiner Mutter.

    Für die Männerwelt

    Kopp-Wichmann gibt in seinem Werk unumwunden zu, dass das Buch für die Männerwelt gedacht ist. Aber welcher Mann blättert in einem rosafarbenen Buch? Genau, wahrscheinlich nur welche, die es zufällig bei der Freundin/Frau auf dem Nachttisch liegen sehen. Der Autor stellt denn auch treffend fest, dass wohl 80 Prozent der Leser eher weiblicher Natur sein werden. Deshalb wirken die acht Seiten “Wege zur Ablösung – für Frauen” auch nicht als ernst gemeinter Ratschlag, sondern eher als Alibi, etwas für Frauen schreiben zu müssen. Ähnlich sieht es mit dem Ende des Buches aus. “Ein Kapitel für beide” scheint nur so zu heißen, damit es Leser für ein rosafarbenes Buch gibt.

    Männlicher Mann
    Erläuterte Konzepte, Theorien und Standpunkte müssten nicht zwingend “wahr” seien, aber nützlich, um sich mit der eigenen Beziehung näher zu beschäftigen. Deshalb stellt Kopp-Wichmann die Gleichung auf: “Je männlicher der Mann, umso weiblicher kann sich die Frau fühlen.” – “Je unmännlicher der Mann sich gibt, umso weniger weiblich wird die Frau sich fühlen und stattdessen entweder ‚männlich’ oder ‚mütterlich’ werden.” Deshalb lade ein nicht selbstständiger Mann seine Partnerin dazu ein, ihn zu bemuttern, ihn übermäßig zu trösten, wo sanfte Konfrontation besser wäre, ihm Dinge abzunehmen, die ihm lästig sind, anstatt ihn die Konsequenzen seines Tuns erleben zu lassen.

    Kein Erziehungs-Camp
    Eine gleichberechtigte Partnerschaft wünschen sich viele Frauen. Doch Männer sind zu oft noch mit Mutti verbunden, sagt Autor Roland Kopp-Wichmann. Erwachsene Männer brauchen keine Nacherziehung, und eine Beziehung ist kein Erziehungs-Camp. Das jedenfalls stellt der Diplompsychologe fest. Erwachsene Männer bräuchten eine erwachsene Partnerin. Was aber immer noch nicht die zentrale Frage des Buches beantwortet, nämlich warum Frauen erwachsene Männer wollen.

    Lediglich: Der Mann muss sich von seinem Elternhaus lösen, damit er eine erwachsene Beziehung führen kann. Prinzipiell sagt das aber auch bereits der Untertitel des Buches aus: “Warum Männer sich ablösen müssen, um lieben zu können.”

    Gründe finden?
    Mit Achtsamkeit und Zwiegesprächen könne man den Problemen, sowohl mit den Eltern als auch mit der Partnerin, auf den Grund gehen. Kurz gesagt: “Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe”, sagt jedenfalls Kopp-Wichmann.

    Mein Tipp: Am besten gleich einen neuen Weg finden und zu einem Psychologen gehen, denn eigentlich ist der Inhalt des Buches eine Zusammenfassung der gesammelten Erfahrungen des Autors.
    Oder: Man unterhält sich einfach mal mit dem Partner/der Partnerin länger als zehn Minuten am Stück über persönliche Belange und nicht über Fußball, Windeln und Essen.

  26. Annette Withalmon 25 Apr 2009 at 11:31

    Frauen wollen erwachsene Männer

    Der Autor lädt ein, sich selbst und das eigene Verhalten zu reflektieren. Immer wieder blitzt Humor auf, wenn er den oft schwierigen und schmerzlichen Prozess der Ablösung von den Eltern und des emotionalen Erwachsenwerdens leicht provokativ aufzeigt. Zugleich ist mir als HAKOMI® –Therapeutin in den zahl reichen Beispielen aus der langjährigen Praxis des Autors seine „HAKOMI-Haltung“, nämlich wohlwollend mit sich selbst und mit Anderen umzugehen, aufgefallen.
    Der Leser wird zu „Experimenten“ eingeladen, die jeder allein ausprobieren und so erspüren kann, wie ein verändertes Verhalten möglich wird. Aber nicht nur Jeder kann das tun – das Buch richtet sich zunächst an Männer – sondern auch Jede, weil auch für Frauen die „Experimente“ und Anregungen nützlich sind auf dem Weg zu einer reiferen Verhaltensweise im Ablösungsprozess und in Beziehungen. Folglich kam mir nach der Lektüre ein leicht veränderter Titel in den Sinn: „Erwachsene Frauen wollen erwachsene Männer“.
    Denn auch Frauen haben die Abnabelung von den Eltern oft noch nicht geschafft, was zu Missverständnissen und Verletzungen zwischen Partnern führen kann.
    Auch für Mütter und Väter ist es hilfreich, sich mit den hier erwähnten Erfahrungen und Gedanken auseinander zu setzen. Mütter und Väter sind gleichzeitig auch Töchter und Söhne, was es ihnen ermöglicht, sich in die nachfolgende Generation hinein zu fühlen und das Loslassen zu üben.
    Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und eine Grundlage für Gespräche unter Partnern bildet.

  27. Annaon 05 Mai 2009 at 19:10

    Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,

    Ihr Buch hat mir sehr geholfen, einige Dinge aus meiner Ehe mit einem nicht-erwachsenen Mann klarer zu sehen.

    Die beiden Situationen auf S. 8 mit dem Aussuchen der Oberhemden und dem Anruf bei Mama habe ich original so erlebt – und mir daraufhin das Buch gekauft, um auch den Rest zu lesen. :-)

    Unerwähnt geblieben ist eigentlich nur eines: Klar kann sich die Partnerin eines solchen Mannes – auch mit therapeutischer Hilfe – um eine Veränderung ihrer Person und damit um eine Veränderung des Systems bemühen. Möglicherweise führt das aber nicht zu einer Ablösung des Mannes von seiner Mutter.

    Für mich war die mittlerweile vollzogene Trennung eine große Erleichterung. Ich habe mich – so schräg das klingt – oft wie eine Geliebte gefühlt, die von der Ehefrau bekämpft wird. Er hat stets geschwiegen, selbst wenn mich seine Mutter vor der versammelten Verwandtschaft mit spitzen Bemerkungen traktiert hat, und er sie niemals in ihre Schranken gewiesen.

    Inzwischen habe ich das selber getan, vielleicht hätte ich das auch früher tun sollen, aber selbst da bezweifle ich stark, dass es letztendlich zu einer Entscheidung für die Familie geführt hätte.

    Gratulation jedenfalls zu Ihrem Buch, das viele Dinge, die ich erlebt habe, auf den Punkt bringt.

  28. C. Fuchson 05 Mai 2009 at 20:50

    Hallo lieber Herr Kopp Wichmann!

    Vor ein paar Tagen habe ich Ihr Buch fertig gelesen und muss sagen, es hat mir super gefallen!
    Ich wünschte, Sie hätten es drei Jahre vorher geschrieben, dann hätte ich es meinem damaligen Partner geschenkt…naja, wahrscheinlich hätte er sich sowieso geweigert, es zu lesen.

    Die Prognose, dass das Buch wohl hauptsächlich das Interesse der Frauen auf sich zieht, hat sich mit Sicherheit bewahrheitet, oder? Ich vermute aber, dass das am Titel liegt…vielleicht sollten Sie den nochmal überdenken, wenn das Buch auch von Männern gelesen werden soll (und das halte ich unbedingt für notwendig!).

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg für Ihr Buch!
    C.Fuchs

  29. Sandraon 14 Mai 2009 at 11:44

    Das ist Schwachsinn pur!
    Grad das liebe ich an Männer. Das sie so kindlich sind. Was mach ich mit einem “erwachsenen” Mann? Ich will einen Menschen, den ich liebe. Gut muss dazusagen – ich bin pansexuell. Aber ich verstehe nicht warum da immer so ein Mythos drum gemacht wird. So quasi. Uhhh das sind Frauen, was ist das?
    Das ist so als würde ich sagen. Schau ein Ausländer. Was ist das.
    Hallo. Wir sind Menschen! Jeder Mensch ist anders. Keiner ist besser oder schlechter. Das ist nur unsere Wahrnehmung. Wenn wir endlich aufhören, uns in Kategorien reinzustecken, wie wer zu sein hat, wird diese Welt vielleicht einmal besser.
    Also an Männer. Ihr wollt eine schöne Beziehung? Dann seht die Frau als das an was sie ist. Ein Mensch. Genauso wie ihr. Dann kommt sich meinereiner nicht wie ein Mondkalb vor.

    liebe Grüße

  30. Roland Kopp-Wichmannon 14 Mai 2009 at 13:38

    Hallo Sandra,
    pansexuell? Musste ich erst mal nachschlagen bei Wikipedia.
    In der Theorie ist das nett und richtig: Jeder ist ein Mensch und bloß keine Kategorien.
    Aber Sie benutzen ja selbst eine Kategorie (pansexuell). Und wenn Sie kein Problem mit kindlichen Männern haben, Glückwunsch. Es gibt genug davon. Etliche heterosexuelle Frauen haben allerdings immer wieder ein Problem damit, dass Sie nicht nur einen Menschen, sondern einen Mann haben wollen. Und die können auch etwas mit dem Buch anfangen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  31. Annaon 20 Jul 2009 at 13:13

    Hallo Herr Kopp-Wichmann!

    Ich bin über einen Artikel in einer Frauenzeitschrift auf Ihren Blog gekommen und habe am Wochenende Ihr Buch gelesen. Und es sprach mir aus der Seele! Ich vermute jedoch auf Grund des Buchtitel und der Gestaltung wird sich das kaum ein Mann kaufen und lesen, was sie jedoch unbedingt sollten. Ich kann voraussagen, dass auch mein Mann es nur wegen der Optik komplett ablehnen wird. Ich kann nur hoffen, dass er mir mit neuer Kommunikationstaktik zuhören wird, wenn ich ihm daraus erzählen werde.

    Ich finde es schade, dass Ihr Buch oben teilweise verrissen wurde und kann Ihnen nur zustimmen, die haben es nicht richtig gelesen, und es so auch nicht verstanden. Sie geben keiner Partei Schuld, sondern erklären gut verständlich, wie das ganze System von Mutter, Vater und Abnabelung zusammenhängt. Es ist ja auch nie so, dass ein Mann überhaupt nicht erwachsen ist. Manchmal treffen nur wenige Punkte auf den eigenen Partner zu, die aber manchmal reichen eine Partnerschaft schwierig zu gestalten.

    Für mich waren am wichtigsten die Erkenntnisse, dass bestimmte Dinge nicht »einfach so sind«, dass Männer sich nicht ohne Grund so verhalten, dass man etwas tun kann, dass auch ich mich als Frau oft falsch verhalte und mein Verhalten ändern muss. Aber beide Partner müssen aufeinander zugehen wollen. Wichtige Grundlage hierfür ist, dass beide selbstreflektierend sind, was zum Erwachsensein dazu gehört.

    Das BEIDE etwas tun können, sollen und wollen hätte ich mir im Titel gewünscht. Im jetzigen Titel findet schon eine Rollenverteilung statt. ER hat sich nicht abgelöst, »Muttersohn« zu sein ist für Männer auch ganz schlimm, und SIE steht ganz oben, an erster Stelle und fordert. Der Alltag sieht zwar in vielen Beziehungen so aus, aber auf einem Buch, was beide lesen sollten finde ich diese Rollenverteilung nicht gut. Denn beide wollen nicht in diese Rollen gepresst werden und sind wenn sie sich Hilfe suchen wollen wohl eher vom Titel abgeschreckt. Und in erster Linie sollen doch beide dieses Buch lesen.

  32. Roland Kopp-Wichmannon 22 Jul 2009 at 23:03

    Hallo Anna,
    ja, so ist das Buchmarketing. Wir, der Verlag und ich wollte uns für eine Zielgruppe entscheiden. Geschrieben ist es eigentlich für Männer, aber es war uns klar, dass es eben vor allem die Frauen lesen werden. Deshalb auch der rosa Titel.

    Trotzdem erlebe ich immer wieder, dass sich viele betroffene Männer nicht abschrecken lassen und es mit Gewinn lesen.

    Danke für Ihren Kommentar.

  33. Nicole Wiemannon 28 Jul 2009 at 04:31

    Auf jeder Seite findet man(n) und Frau sich wieder. Einfühlsam ohne jeglichen Vorwurf macht der Autor klar und verständlich, wie wir “ticken”.

    Kuscheln Sie sich in eine ungestörte Ecke, mit einem Tee oder einem Apelsaft. Sie müssen unbedingt konzentriert sein. Und dann kommt, wie schon gesagt, auf jeder Seite ein inbrünstiges “JA!! So isses! JA! Das kenne ich! JA! So habe ich das auch erlebt. Jungs hängen an ihren Mamas! Sollen sie! Mädchen an ihren Papas!

    Oder anders herum. Damit Frauen, Ehefrauen und Töchter verstehen, warum Männer, Ehemänner und Söhne manches Verhalten an den Tag legen, dient dieses Buch. Mit diversen Fallbeispielen und nachvollziehbaren Erläuterungen.
    Viel Spass beim Lesen.

  34. Heinzion 09 Nov 2009 at 15:57

    Ohne langes einlesen sticht mir die Forderei gegenüber Männern ins Auge.

    Wieso eigentlich nur die Männer? Wenn ein Mann sich von der Mutter nicht löst, dann liegt das in der Regel auch an den Müttern, also an den Frauen, die mit ihrer manipulativen Abhängigkeitserziehung einen Sohn produzieren, der dem mütterlichen Bedürfniss sich als eben “gute Mutter”, die gebraucht wird und sofort zur Stelle ist zu profilieren. Die Mütter und Frauen sind eben auch mitverantwortlich. Ansonsten schließe ich mich der These an, daß erwachsen werden schon etwas ist, das in unserer Gesellschaft zu kurz kommt. Warum Sie aber in ihrem Buch nur die Männer ansprechen, das sollten Sie sich selbst beantworten. Denn Frauen sind kein bischen reifer weiter als Männer. Im Gegenteil! Die Vorsprünge, die Frauen ob ihrer Natur haben in einer Gesellschaft wie der unseren, verlieren sie indem sie dem klassischen Männlichkeitsideal nacheifern und dabei sich selbst Stück für Stück verlieren.

    Nein, die Aufforderung Erwachsen zu werden sollte Mann und Frau einschließen. Denn nur Reife Mütter können sich mit wirklicher Liebe identifizieren und müssen ihre Söhne nicht mehr manipulierend zur Steigerung ihres Selbstwertes mißbrauchen. Dann klappts auch mit den erwachsenen Söhnen.

    Eigentlich sollte hier noch der Konsumismus, Medien und Werbung, sprich eine ganze Kultur auf den Prüfstand, die meiner Meinung nach an der infantilen Gesellschaft und ihren Entwicklungen mitwirkt(e).

    MFG

    Heinzi

  35. Beate Kasparon 29 Jan 2010 at 17:45

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    Ihren Blog kannte ich noch nicht und er gefällt mir sehr gut – das
    von Ihnen genannte Beispiel kennt, so denke ich, so ziemlich jede
    Frau – es geht fast immer um Ordnung, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit,

    Verbindlichkeit und die Übernahme von Verantwortung in der und für
    die Beziehung. Das was Mann im Beruf kann, das klappt zu Hause nicht.

    Dort wünscht sich eine große Anzahl der Männer immer noch die
    bezaubernde Jeanny, die ihm das Beziehungsparadies auf Erden schafft.

    Ich befasse mich seit einigen Jahren mit dem – wie ich vermute -
    äquivalenten Thema bei uns Frauen. Denn ich bin überzeugt, auch
    Männer wollen erwachsenen Frauen. Es ist das Thema Frauen und Geld
    (verdienen). Es ist auch “mein” Thema – obwohl ich immer für mich
    selbst gesorgt habe, gibt es auch diesen Anteil in mir: Das Mädchen,
    das auf den (zahlungskräftigen) Prinzen wartet.

    Ich kenne sehr wenige Frauen, die alleine finanziell für die ganze
    Familie sorgen und noch weniger von uns, die in Erwägung ziehen
    würden, dass das “unser Job” ist. Das wird vom Mann erwartet.

    Dafür kenne ich umso mehr Männer (Anzahl steigend), die sich damit
    überfordert fühlen alleine den Lebensunterhalt für die ganze Familie
    zu verdienen – obwohl sie es als ihren Job ansehen. Ein lieber Freund

    von mir sagte dazu: “Ich habe viele Jahre gebraucht um zu verstehen,
    das ich “nur” für die finanzielle Versorgung einer halben Familie
    zuständig bin”

    Wenn eine Frau einen Partner hat, der sich in der Beziehung wie ein
    bedürftiger 5jähriger oder wie ein verwöhnter Teenager benimmt, dann
    braucht das Kraft und Zeit, die Ihr für Ihre Karriere fehlenden, denn

    sie ist für 2 erwachsenen Menschen emotional Verantwortlich.

    Hat ein Mann eine Frau, die nicht bereit ist zum Familieneinkommen
    beizutragen – nach Möglichkeit die Hälfte – weil sie (unbewusst)
    denkt, das Geld käme auch weiterhin von “Papa” – fordert das vom Mann

    Kraft und Zeit, denn er ist für zwei erwachsene Menschen finanziell
    Verantwortlich.

    Ich bin überzeugt, dass eine Beziehung nur dann gelingen kann, wenn
    beide Verantwortung für sich selbst für alle ihre Lebensbereiche
    übernehmen.

  36. Beate Kasparon 31 Jan 2010 at 19:17

    Hallo Herr Kopp-Wichmann,

    jetzt habe ich Ihr Buch gelesen und finde es sehr aufschlussreich und sehr
    kurzweilig geschrieben. Insbesondere die bildhaften Beispiel haben mir sehr gut gefallen!

    Ich vermute, dass es hauptsächlich wir Frauen lesen werden. Beim deutschen Durchschnittsmann halte ich das Problembewusstsein an dieser Stelle noch nicht für sehr ausgereift….:-)))

  37. Andrea Mülleron 02 Feb 2010 at 22:42

    Ich habe keine spezielle Frage an Sie, aber ich möchte Sie loben für Ihr Buch “Frauen wollen erwachsene Männer”. Ich habe es durch puren Zufall in der Buchhandlung entdeckt und aus Kostengründen erst einmal in der Bibliothek ausgeliehen.

    Als Ratgeber-erfahrene Frau weiß ich, dass nicht jeder Ratgeber wirklich hält was sein Titel verspricht. Doch bei Ihrem Buch war ich mehr als positiv überrascht: 90% des Inhalts hat mir aus der Seele gesprochen bzw. ich konnte mich mit den beschriebenen Beispielen identifizieren. Mein Bruder (31) wohnt noch zu Hause, weil er meine Mutter nicht alleine lassen will. Meine zwei Geschwister und ich haben keine und hatten noch nie eine Beziehung zu unserem Vater, und seit seinem Auszug vor zwei Jahren hegen wir alle Groll gegen ihn. Mein Freund, mit dem ich eine Sohn habe, “weigert” sich mich zu heiraten und sich somit endgültig festzulegen. Ich denke es ist kein Zufall dass seine Eltern immer wieder Streitthema bei uns sind.

    Ich könnte noch einige Beispiele aufzählen, besonders die Rolle meiner Mutter in unserem Familienszenario habe ich durch ihr Buch viel besser verstanden. Leider bin ich auch viel frustrierter als vorher. Denn angesprochen auf die persönliche Einschätzung ihres Erwachsenseins sagten mein Bruder und mein Freund, dass sie überhaupt kein Problem hätten und ich nicht alles glauben sollte was in solchen Ratgebern steht.

    Ihr Buch hat mich sehr viel gelehrt und mich einiges klarer erkennen lassen. Beste Grüße,
    Andrea Müller

  38. Heide Liebmannon 03 Feb 2010 at 19:02

    Jede Frau, die sich in einer Beziehung unversehens schon mal in der Rolle der Mutti und/oder Therapeutin wiedergefunden hat, bekommt hier erklärt, woran das liegt, in einer Sprache, die nur selten in den üblichen Psycho-Jargon abrutscht. Roland Kopp-Wichmann erschien mir beim Lesen als lebenserfahrener Mann, der viel aus seinen eigenen Erfahrungen gelernt hat und zusätzlich über reichlich Fachwissen verfügt – eine prima Mischung für ein Buch, das nahe an der Lebenswirklichkeit vieler Paare sein dürfte und angenehm unprätentiös geschrieben ist.

    Männer, die ernsthaft daran interessiert sind zu erfahren, wieso es bis jetzt vielleicht nicht so gut geklappt hat mit der Beziehung, könnten aus diesem Buch einiges mitnehmen. Ich habe allerdings so meine Zweifel, ob das funktioniert. Beziehungsratgeber werden nun mal meistens von Frauen gekauft – und dann nicht selten als “Waffe” eingesetzt im Beziehungskampf statt als Chance zur gemeinsamen Entwicklung …

    Auf jeden Fall liefert Kopp-Wichmann wertvolle und wichtige Informationen und Impulse. Interessant fand ich vor allem die Bezüge auf John Gottmans Klassiker “Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe”. Wer sich darauf einlassen mag und kann, profitiert sicherlich, auch wenn ein Buch natürlich immer nur ein Anstoß sein kann, sich intensiver mit sich selbst zu beschäftigen. Dass die Lektüre den Therapeuten im Einzelfall nicht ersetzen kann, ist auch dem Autor klar, und er erhebt diesen Anspruch auch gar nicht.

    Fazit: Wertvoll für Frauen UND Männer.

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