Mai 25 2009

Meine 9 besten Tipps, wie man als Autor sein Buch vermarktet.

rnf-live_xsIch weiß, vielleicht interessiert es Sie ja gar nicht. Aber dass ich mit meinem ersten Buch auch im Fernsehen vorgestellt wurde, freut mich schon sehr.

Am 12. Mai 2009 stellte Tina Ries im Rhein-Neckar-Fernsehen in ihrem Magazin RNF-Live mein Buch vor.

Mein Buch verkauft sich nach wie vor gut, was nach Auskunft der Lektorin für ein Ratgeberbuch dieser Art nicht selbstverständlich ist.

Neben der Werbung durch den Verlag sind für diese Verkaufszahl auch meine eigenen Anstrengungen verantwortlich. Ich kann nur jedem empfehlen, der ein Buch geschrieben hat, sich auch selbst um die Verbreitung zu kümmern.

kauf-mich1Zum Glück las ich schon während dem Schreiben des Manuskripts das beste Buch eines Blogger-Kollegen, das es dazu gibt: 
Kauf! Mich! Jetzt!:
Die besten Werbestrategien für Autoren und Selbstverleger

Die darin vorgestellten hat der Autor Bernd Röthlingshöfer auch bei der Vermarktung seiner eigenen Bücher angewendet.

Nach der Lektüre seines Buches habe ich verschiedene Dinge ausprobiert. Jetzt nach einigen Monaten kann ich abschätzen, was die besten Wege sind, falls Sie selbst ein Buch schreiben und dafür sorgen wollen, dass es sich gut verkauft.

Hier die nach meiner Erfahrung neun besten Tipps:

1. Eröffnen Sie schon während des Schreibens einen Blog.
Möglichst mit dem Buchtitel als Domain-Namen. Falls der Titel noch nicht feststeht, dann wählen Sie einen anderen verwandten Domain-Namen.
Berichten Sie in dem Blog über ihre Erfahrungen mit dem Schreiben, fragen Sie Ihre Leser um Rat. Bitten Sie sie, eigene Erlebnisse, die zum Buchthema passen, Ihnen zu schreiben.
Der Sinn dabei ist, dass Sie schon im vorhinein abschätzen können, ob Ihr Thema wirklich interessant ist und was speziell daran.
Andererseits bauen Sie schon ganz früh eine Beziehung zu Ihrem möglichen Publikum auf und erzeugen eine gewisse Spannung.

2. Machen Sie aus dem Erscheinungsdatum einen Countdown.
Machen Sie sich den Spaß und gehen Sie irgendwann mal in eine mittelgroße  Buchhandlung in Ihrer Stadt und schauen Sie auf den Tisch mit den Themen, wozu Ihr Buch passt.
Was da liegt, ist nur ein Bruchteil der Neuerscheinungen, die in den letzten zwei Monaten erschienen sind. Ein Bruchteil! Und da soll jetzt auch Ihr Buch liegen. Dafür müssen Sie einiges tun.
Ein guter Tipp: Erzeugen Sie Spannung!

Die Firma Apple macht es mit ihren Produkten hundertprozentig richtig. Erst gibt es nur ein paar Gerüchte über ein neues Apple-Handy. Dann später eine dünne Pressemitteilung. Mitterlweile gibt es schon angeregte Diskussionen über Vor- und Nachteile. Man spekuliert über den Preis. Von Apple hat man immer noch nichts Substanzielles Dann wird irgendwann der Erstverkaufstag genannt – und überall stehen Menschen mehrere Stunden an, um es zu erwerben.

Das werden Sie vermutlich mit Ihrem Buch nicht schaffen. Aber das Prinzip zu verstehen ist wichtig. Machen Sie zukünftige Leser neugierig. Kündigen Sie etwas an. Verraten Sie Ihren Blog-Lesern, was es nur auf Ihrem Blog steht. Sie können auch in den letzten Wochen vor dem Erscheinungstag einen Countddownzähler einbauen.

3. Lassen Sie Postkarten und Visitenkarten drucken.
Dieser Tipp aus dem oben erwähnten Buch bringt eine Menge. Ich habe 3.000 Postkarten bei einem Onlinedrucker mit dem Buchcover und der Internetadresse dieses Blogs herstellen lassen. Kostet um die achtzig Euro.

Diese Postkarten habe ich stapelweise vorab an Freunde und Bekannte verschickt – kurz bevor das Buch rauskam. Heute benutze ich sie als Werbemittel bei Seminaren, Vorträgen oder wenn jemand auf einer Party mich fragt, was ich so mache.

Denselben Zweck erfüllen Visitenkarten. Aber nicht mir meinen Kontaktdaten, sondern auf der einen Seite ist wieder das Buchcover. Auf der Rückseite ein Foto von mir mit Internetadresse des Blogs.

Als das Buch herauskam, bin ich damit in etliche Läden (Friseursalon, Apotheke, Metzgerei, Buchladen etc.) meiner Gemeinde, wo ich wohne, gegangen. „Guten Tag, ich habe mein erstes Buch geschrieben. Darf ich ein paar Karten bei Ihnen auslegen?“
Das erfordert ein bisschen Mut, weil man immer denkt, man wird abgewiesen. Aber neunzig Prozent der Angesprochenen reagierten interessiert und kooperativ. Dafür ist es gut, die Postkarten und die Visitenkarten zu haben. Denn nach meiner ersten Frage konnte ich eine Alternativfrage stellen: „Wollen Sie die großen Karten oder lieber die kleinen?“ Die meisten Menschen denken dann nur über die Alternativen nach und gar nicht mehr, ob sie Ihnen erlauben wollen, etwas auszulegen.

4. Suchen Sie Kontakt zur örtlichen Presse.
Was in der Zeitung steht, wird nicht nur gelesen, sondern hat einen besonderen Überzeugungswert. Deshalb ist es hilfreich, wenn ein Interview oder ein Artikel mit Ihnen über Ihr Buch erscheint.
Rufen Sie in den Lokalredaktionen der Zeitungen in Ihrer Umgebung an und fragen Sie freundlich, ob nicht Interesse besteht, etwas in Zusammenhang mit Ihrem Buch zu veröffentlichen.

Sie können auch an Redaktionen von Zeitschriften eine Email schicken. Oder eben auch an einen regionalen Fernsehsender. Bei mir klappte das.

5. Veröffentlichen Sie einen Pressetext in Online-Presseportalen.
Das kostet nichts – außer Ihrer Zeit – und bringt aber eine Menge, wenn jemand im Internet nachschaut, ob zu Ihrem Buch schon etwas vorliegt.
Die zehn besten kostenlosen Presseverteiler finden Sie hier.

6.  Bitten Sie Multiplikatoren um eine Renzension.
Am einfachsten ist es, wenn Sie einen Blog betreiben und andere Blogautoren um eine Besprechung auf deren Blog bitten. Sie können anbieten, diese Rezension dann mit Ihrem Blog zu verlinken. Wenn Ihr Blog einigermaßen gut besucht ist, gibt das „Traffic“ für andere Blogs und ist interessant.

So habe ich in XING mein Buch in mehreren Gruppen vorgestellt und darüber einige interessante Kontakte und Besprechungen bekommen.

7. Bitten Sie andere um eine Besprechung bei Amazon.
Vor dem Kauf eines Elektrorasierers oder der Buchung in einem Hotel ist es bei der Entscheidungsfindung hilfreich, wenn man lesen kann, welche Erfahrungen andere Nutzer mit diesem Angebot gemacht haben. Zahlreiche Internetportale bieten mittlerweile diese Möglichkeit an.
Für Meinungen über Bücher ist Amazon die erste Adresse. Fragen Sie Menschen, von denen Sie wissen, dass sie Ihr Buch gelesen haben, ob diese nicht eine Rezension bei amazon einstellen wollen.
Das geht kinderleicht, man muss sich nur bei Amazon anmelden.

sandwichman38. Machen Sie etwas Auffälliges.
Wenn Sie kein Geld haben, gehen Sie als Sandwichmann oder -frau durch die Fußgängerzone. Sie werden mit Sicherheit Beachtung finden und ein paar interessante Diskussionen sind Ihnen gewiß

9. Halten Sie eine Lesung  oder einen Vortrag.
Das kann durchaus in Ihrem Bekannten- und Freundeskreis sein, wenn dieser größer ist als zehn. Jeder der Eingeladenen soll noch mindestens zwei Personen mitbringen.

Einen Vortrag können Sie vielleicht in der örtlichen Volkshochschule oder anderen Institutionen halten, die Zugang zu Ihrer Zielgruppe hat.

Noch mehr gute Tipps wie gesagt finden Sie in dem oben empfohlenen Buch.

kommentar Welche Ideen haben Sie noch?
Die dürfen ruhig auch verrückt sein.

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Fotoquelle: privat

62 Kommentare bisher

62 Kommentare to “Meine 9 besten Tipps, wie man als Autor sein Buch vermarktet.”

  1. Roland Kopp-Wichmannon 29 Mrz 2017 at 09:35

    Viel Erfolg mit Ihrem Blog! Sieht schon gut aus.

  2. Petra Kochgruberon 20 Mai 2017 at 13:46

    Tolle Tipps für Autoren-Anfänger. Die Idee mit den Postkarten haben wir bisher mit selbst gedruckten im ganz kleinen Kreis umgesetzt. Werde jetzt ebenfalls einige drucken lassen und verteilen + Visitenkarten. Habe zwar einen „nicht-nur-Buch-Blog“: http://nurmut.ch, aber auch das bringt wirklich sehr viel. Vor allem, wenn man den schon im Vorfeld ein wenig etabliert hat und dort dann sein Buch vorstellt bzw. in den Social Medias darauf hinweisen kann. Habe mit BoD den Selbstverlag gewählt, was bedeutet, dass man wirklich ganz alleine „vermarkten“ muss und mit eher schlechten Buchhandels Konditionen zu kämpfen hat. Die Buchhändler sind alle sehr interessiert an meinem Buch und dem Thema, winken aber bei der Marge ab. Wie sind die Erfahrungen anderer Autoren mit „richtigen Verlagen“? Ist die Akzeptanz und das Marketing für den Buchhandel dort besser? Freue mich über Feedback. Herzliche Grüsse aus der Schweiz Petra

  3. Roland Kopp-Wichmannon 25 Mai 2017 at 15:00

    „Richtige Verlage“ machen auch nicht sehr viel für Erstautoren, nach meiner Erfahrung. Man muss schon viel selber trommeln.

  4. Pelzel (Gerhard)on 04 Dez 2017 at 12:55

    Gute Tag Herr Kopp-Wichmann,
    mein Buch zum Prostatakrebs ist nicht so leicht marktschreiers zu vermarkten. Aber ich habe das Problem, dass Anschreiben an die diversen Zeitschrift-Redaktionen nicht viel bringt. Sind überlaufen

    MfG
    Grehard Pelzel

  5. Ingrid Meviuson 08 Jan 2018 at 12:41

    Ich habe einen Verlag gefunden und möchte aber auch selbst über eine Seite von mir im Internet verkaufen. Ist das eine gängige Praxis?

  6. Roland Kopp-Wichmannon 08 Jan 2018 at 14:54

    Vielleicht nicht gängig aber meistens der beste Weg bei unbekannteren Autoren.
    Am besten einen Blog starten zum Thema des Buches, damit Sie die eMail-Adressen von Interessenten sammeln können.

  7. Kathrin Renneron 08 Jan 2018 at 15:30

    Guter Beitrag mit hilfreichen Infos.
    Werben für das eigene Buch ist nicht immer ganz so einfach. Meines kam im Dezember 2017 heraus und wurde auch schon gekauft, doch ich möchte mehr werben, mehr potentielle Leser aufmerksam , machen.
    Bin durch Ihren Beitrag zu einer neuen Werbetour animiert worden.
    Danke
    Kathrin Renner

  8. Kathrin Renneron 08 Jan 2018 at 15:47

    Noch ein Nachtrag zu meinem Beitrag. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen weiter, wenn ich beschreibe wie meine Werbetouren aussehen. Nach Erscheinen meines Buches haben mein Partner und ich tagelang an einem vernünftigen Flyer gebastelt, diesen in großen Mengen ausgedruckt und sind fast jedes Wochenende herumgefahren und in sämtlichen Buchläden usw nach Absprache verteilt. Artikel in Tageszeitung gesetzt und viele Jakobusgesellschaften mit beiliegenden Flyern angeschrieben. (da mein Buch vom Jakobsweg handelt)
    Gern würde ich eine Lesung veranstalten, doch weiß ich nicht genau, wie ich rangehen soll ohne aufdringlich zu wirken.
    Auch eine Website würde ich gern erstellen, doch ich habe null Ahnung von sowas. Nicht kostenintensiv und einfach. Wo kann man sowas gestalten lassen.?

    Mit netten Grüßen
    Kathrin Renner

  9. Kathrin Renneron 02 Feb 2018 at 13:33

    Worauf muß ich bei einer Lesung achten?

  10. Fredericaon 04 Feb 2018 at 10:23

    Ich habe das Gefühl, als Autor im Selbstverlag ist es „verboten“ effektive Werbung online zu stellen (Foren, Blogs) – das wird als nervig angesehen. Ich spiele auch mit dem Gedanken, verschiedene Bücher zu verschiedenen Themen zu verfassen. Ich habe einen kleinen Foodblog, da würde es sich schlecht machen zu sagen „übrigens, ich habe einen Krimi geschrieben“ (mal als Beispiel).
    Wie sieht es denn aus, wenn man Exemplare seines gedruckten Buches in Arztpraxen etc. legt (natürlich mit Wissen des Artztes) oder einer Bücherei anbietet oder beim Bookcrossing auslegt? So würden sich doch Leser finden, die das Buch ggf. weiteremfehlen könnten.
    Das Problem ist doch, dass man Verlagsbücher zufällig im Schaufenster sieht, selbstverlegte aber nicht. Also müsste man sie mMn irgendwo auslegen, wo sie halt ebenfalls zufällig gesehen werden.
    Man kann natürlich einen Buchblog anfangen. Aber ja nicht für jedes Buch einzeln. Man müsste also erst mal gefunden werden und wenn man dann zu ganz verschiedenen Themen schreibt, müssten die Interessenten auch zufällig genau diese Themen interessant finden. Angenommen, man schreibt einen Krimi, ein Horrorbuch und ein Sachbuch zum Thema Hunde. Die Wahrscheinlichkeit, dass all diese Themen die Leser des Blogs interessieren, ist doch eher gering. Aber drei Blogs zu gründen, verstreut auch wieder Interessenten…

  11. Roland Kopp-Wichmannon 04 Feb 2018 at 20:31

    Das ist das Problem, wenn man für viele verschiedene Zielgruppen schreibt und noch nicht bekannt ist. Joanne Rowling konnte nach ihren Zauberbüchern auch mal Krimis schreiben. Aber sonst ist es ratsam, sich zu fokussieren. Man kann natürlich Bücher auslegen, aber da ist die Resonanz wahrscheinlich bescheiden. Ein Blog für die eigene Zielgruppe und vor allem eine eMail-Liste ist das beste Medium. So mache ich es seit vielen Jahren und verkaufe meine email-Kurse dort: http://www.persoenlichkeits-blog.de

  12. Roland Kopp-Wichmannon 05 Dez 2018 at 14:59

    Hallo Herr Pelzel,
    das geht fast allen Erstautoren so. Da bleibt nur die Selbstvermarktung. Sie haben schon eine schöne Website, leider noch keine Bewertungen bei Amazon. Am besten in Prostataforen Werbung machen für Ihr Buch und um Unterstützung bitten.

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